Statistiken aus Bayern

Mehr Straftaten

NEUMARKT. Pilsach bleibt mit weniger als einer Straftat pro 100 Einwohner das sicherste Pflaster im Landkreis. Jetzt liegen auch die Zahlen aus dem Süden vor.

Im Bereich der Parsberger Polizei - also im südlichen und östlichen Landkreis Neumarkt - ist wie im Raum Neumarkt (wir berichteten) die Zahl der Straftaten deutlich von 471 auf 617 angestiegen. Doch auch hier könnten sich „die Bürger sicher fühlen, aber auch darauf vertrauen, dass im Ernstfall ihre Polizei parat steht“, sagte am Mittwoch der Parsberger Polizei-Chef Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter. Trotz des Anstiegs der Kriminalität im letzten Jahr unterstreiche eine „seit Jahren günstige Entwicklung die gefestigte Situation der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Dienstbereich“ , sagte er.


Die Statistik der letzten Jahren soll dies durch Zahlen belegen:


(Zur Vergrößerung auf die Grafik klicken)
Für den Zuständigkeitsbereich der Parsberger Polizei mit den Gemeinden Breitenbrunn, Dietfurt, Hohenfels, Lupburg, Parsberg, Seubersdorf und Velburg ergibt sich danach eine Kriminalitätsbelastungsziffer von 1843 (Vorjahr: 1664) Delikten auf je 100.000 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt im Jahre 2018 bei 3064 (2696), im Bereich des Regierungsbezirks Oberpfalz bei 4056 (4040) und bayernweit bei 4571 (4533).

Von den erfassten 617 (562) Straftaten wurden 471 (405) Fälle aufgeklärt. Die diesjährige Aufklärungsquote liegt damit bei außergewöhnlichen 76,3 Prozent (72,2). Die Quote der Oberpfalz liegt bei 68,3 Prozent, die bayerische Quote bei 64,5 % (64,4).

Das „gefährlichste“ Pflaster im Bereich der Parsberger Polizei liegt in Parsberg, der statistisch sicherste Ort ist gleich die Nachbargemeinde Lupburg. In der folgenden Tabelle wurde die Häufigkeitszahl (HZ) auf Straftaten pro 1000 Einwohner heruntergebrochen:

Delikte 2017 HZ 2017 Delikte 2018 HZ 2018
Breitenbrunn
18
5
41
12
Dietfurt
105
17
74
12
Hohenfels
40
18
61
28
Lupburg
39
16
27
11
Parsberg
210
30
275
39
Seubersdorf
68
13
70
13
Velburg
82
15
69
13

Die vergleichsweise hohe Häufigkeit von Straftaten in der Gemeinde Hohenfels liegt an einem Statistik-Handicap der Gemeinde: bei der Einwohnerzahl werden die (nicht dem Melderecht unterliegenden) US-Soldaten, US-Zivilbeschäftigten und deren Angehörige - immerhin eine hohe vierstellige Zahl - nicht mitgerechnet. Von dieser Personengruppe begangene Straftaten tauchen aber natürlich in der Polizistatistik auf.
04.04.19

Pilsach ist das „sicherste Pflaster“


Am Donnerstag wurde die Kriminalitätsstatitik der Polizeiinspektion Neumarkt vorgestellt. So entwickelten sich die Zahlen in den letzten zehn Jahren
Grafik: Polizei
NEUMARKT. Die Gemeinden Pilsach, Sengenthal und Lauterhofen zählen zum „sichersten Pflaster“ im Einzugsgebiet der Neumarkter Polizei.

Das wurde am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für den Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt bekannt. Über die Kriminalitäts-Entwicklung im ganzen Landkreis hat neumarktonline bereits berichtet.

Die Statistiker der Polizei rechneten für den Gemeinde-Vergleich die sogenannte Häufigkeitszahl aus, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner.


Traditionell liegt hier die Große Kreisstadt Neumarkt mit 5,5 Straftaten pro 100 Neumarkter (genauer: 5570 pro 100.000 Einwohner) an erster Stelle, gefolgt von Berg und Postbauer-Heng. Die Gemeinde Berg „leidet“ bei dieser Statistik unter dem Autobahn-Anschluß auf Gemeindegebiet: hier werden viele Straftaten „amtlich“, die eigentlich kaum etwas mit dem Ort zu tun haben.

In der Stadt Neumarkt ist die Zahl der Straftaten auf einen traurigen Rekord-Wert seit 2009 gestiegen. In allen anderen Gemeinden im Bereich der Neumarkter Polizei - mit Ausnahme von Freystadt - ist dagegen der Wert für Straftaten pro Einwohner zurückgegangen. In Freystadt stieg die Häufigkeitszahl im Vergleich zum Vorjahr wie auch verglichen mit 2009 deutlich an.

Hier sind die einzelnen Werte:

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Berching 2367 2121 1478 1853 1474 1747 1835 1631 1487 1646
Berg 3095 6530 3050 2756 3632 2688 3100 2303 2595 2725
Berngau 1923 926 1312 1233 797 750 1336 929 1194 1420
Deining 2083 1229 1580 1513 1587 1915 1618 1798 2246 1782
Freystadt 1562 1620 1643 1559 2492 1287 1568 1775 1572 2001
Lauterhofen 1599 2410 2229 2420 1930 1845 1794 1249 1945 1218
Mühlhausen 1451 2524 2578 3506 3099 1500 2016 1859 1701 1423
Neumarkt 6011 5547 5150 4941 4935 4561 5449 4309 4526 5570
Pilsach 1964 2095 1943 2392 1488 2027 2180 1475 1118 881
Postbauer-Heng 3250 2484 2057 2065 2675 2190 1805 2228 1981 2388
Pyrbaum 1985 1550 1610 1543 1859 1602 2830 2490 1309 1525
Sengenthal 1350 1394 1316 1419 1832 1677 1129 1680 1753 1114

21.03.19

14,5 Prozent mehr Straftaten


Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und Polizeivizepräsident Thomas Schöniger (v.l.) mit einem Exemplar des neuen Sicherheitsbericht
Foto: Albert Brück
NEUMARKT. Die Zahl der Straftaten im Landkreis Neumarkt ist im letzten Jahr um 14,5 Prozent gestiegen - so stark wie sonst nirgends in der Oberpfalz.

Mit einer Steigerung um 514 Fälle von 3550 auf 4064 Straftaten stach die Region Neumarkt bei der Vorstellung der Kriminalstatistik des Bezirks negativ heraus. Pro 100 Einwohner wurden im letzten Jahr über drei Straftaten (genau: 3,064) begangen - im Jahr zuvor waren es noch 2,6.


Mit dieser sogenannten „Häufigkeitszahl“ liegt der Landkreis Neumarkt mit seinen 132.644 Einwohnern allerdings trotz der erheblichen Steigerungen noch im Mittelfeld der oberpfälzer Landkreise. Amberg-Sulzbach, Cham und Regensburg zählen geringfügig weniger Straftaten pro Einwohner, der Landkreis Neustadt etwas mehr und die Kreise Tirschenreuth und Schwandorf deutlich mehr als der Landkreis Neumarkt. Die Kreisfreien Städte Amberg, Weiden und Regensburg spielen bei dieser Statistik in einer eigenen Liga und kommen auf Häufigkeitszahlen von bis zu 8,4 Straftaten pro 100 Einwohner.

In ganz Bayern stieg die Häufigkeitszahl im letzten Jahr nur geringfügig von 4,533 auf 4,571, in der Oberpfalz von 4,040 auf 4,056.

Ein kleiner Trost für den Landkreis Neumarkt nach der gewaltigen Zunahme von Straftaten: die Aufklärungsquote stieg wenigstens gering um 2,5 Prozent auf 70,5 Prozent.

Erheblich zurückgegangen ist im letzten Jahr im Landkreis Neumarkt dagegen die Zahl der Einbrüche. 1018 wurden 18 Fälle gezählt; im Jahr zuvor waren es noch 45 - das bedeutet einen Rückgang um fast 49 Prozent. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten ging um 4,6 Prozent auf magere 8,7 Prozent zurück.

Oberpfalzweit zeige die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 „weiterhin erfreulich positive Entwicklungen“, sagten am Dienstag Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeivizepräsident Thomas Schöniger und Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. Die Anzahl der Gesamtstraftaten liege weiter auf einem niedrigen Niveau, was in Kombination mit der höchsten Aufklärungsquote im Langzeitvergleich deutlich mache, „dass es sich in der Oberpfalz sicher leben lässt“.

Mit 421 registrierten Fällen mehr liegen die Gesamtstraftaten in der Oberpfalz nun bei 44.795, was einen Anstieg um weniger als ein Prozent darstellt. Trauriger Ausreißer war da allerdings der Landkreis Neumarkt mit einem Anstieg von 14,5 Prozent.
19.03.19

Zwei Motorradfahrer starben


Zwei Motorradfahrer starben im letzten Jahr im Bereich der Parsberger Polizei
Foto:Archiv
NEUMARKT. Auch im Süden und Südosten des Landkreises gab es mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Verletzte. Allerdings „verdoppelte“ sich die Zahl der Verkehrstoten auf zwei.

Die Gesamtunfallzahlen stiegen im Bereich der Parsberger Polizei geringfügig um 2,6 Prozent, was auch dem überregionalen Trend entspricht. Allerdings gab es 2018 einen weiteren Rückgang der Verletztenzahlen um 2,8 Prozent und insbesondere der Schwerverletzten-Zahlen um 11,5 Prozent.

Damit entspricht auch der Süden und Südwesten dem Trend im Gesamtlandkreis, über dessen Verkehrsstatistik neumarktonline bereits im Februar berichtete. Wie im Gesamtlandkreis stieg auch hier die Zahl der Verkehrstoten: im Bereich der Parsberger Polizei von eins auf zwei.


Insgesamt liegen alle Zahlenwerte des Jahres 2018, trotz beständig steigender Verkehrsteilnehmerzahlen, in der Bandbreite der vergangenen zehn Jahre, sagte Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter, der Chef der Parsberger Polizeiinspektion. Es gäbe keine besorgniserregenden Spitzenwerte, eher die Tendenz zur positiven Entwicklung.


Die Unfallzahlen mit Personenschäden stiegen um 6,8 Prozent auf 78 (73) Schadensfälle. Dabei wurden 2 (1) Menschen getötet, 103 (106) verletzt, davon 80 (80) leicht und 23 (26) schwer.


Im Bereich der schwerwiegenden Sachschadenunfälle zeigt sich mit 102 (72) Unfällen eine deutliche Steigerung um 41,6 Prozent, die „sicher viele Ursachen hat, aber nicht zuletzt auch dem sehr frühzeitig einsetzenden Frühjahrswetter und dem damit verbundenen erhöhten Verkehrsaufkommen zuzuschreiben ist“, sagte Gotteswinter. Bei diesen beiden Unfallgruppen entstand ein Gesamtschaden von gut einer Million Euro. Allerdings dürfte der reale Schaden deutlich höher liegen, wenn alle Folgekosten berücksichtigt werden.

Die Kleinunfallzahlen - also Unfälle mit geringfügigen Rechtsverstößen und geringem Schaden wie zum beispiel Wildunfälle - zeigen sich mit 814 Unfällen (830) und einem Minus von 1,9 Prozent leicht rückläufig. Der Anteil der Wildunfälle davon ist mit - 1,29 Prozent und 534 (541) Fällen ebenfalls leicht rückläufig. Bei Wildunfällen wurde ein Mensch schwer und einer leicht verletzt.

Fälle von „Unfallflucht“ nahmen um 61,9 Prozent auf 68 (40) Unfälle stark zu, wobei erfreulicherweise 45,5 Prozent der Fälle aufgeklärt werden konnten. Die Polizei dankte in diesem Zusammenahng einer ganzen Reihe von guten Zeugen und Hinweisgebern, deren Informationen außerordentlich wichtig waren und weiterhin seien.


Die Zahl der Verkehrsunfälle mit der Ursache Alkoholeinwirkung verringerte sich auf 5 (8) Schadensfälle - das ist der niedrigste Wert der letzten vier Jahre. Bei zwei dieser Unfallsituationen wurden insgesamt sieben Personen leicht verletzt. Diese hohe Verletztenzahl resultiert aus der Situation eines Verkehrsunfalles vom 29.April, bei dem die sechs im Auto befindlichen Personen nach einem Überschlag leicht verletzt wurden.

Geringfügig verbesserte sich mit 20 (23) der Zahlenwert der aufgenommenen Motorrad-Unfälle. Dabei wurden 20 (20) Menschen verletzt, neun (7) davon schwer. Leider kamen zwei Motorradfahrer zu Tode. Es soll auch im Jahr 2019 insbesondere im Bereich der Motoradsicherheit eine Vielzahl von Kontroll- und Messaktionen geben.

Elf (8) Fahrradfahrer (davon zwei E-Bike-Fahrer) waren in Unfallgeschehen verwickelt. Alle elf (7) wurden verletzt, drei (2) davon schwer. Zwei dieser Unfälle ereigneten sich auf dem Schulweg. Alkoholbedingte Fahrradunfälle waren nicht zu verzeichnen.

An insgesamt drei (3) Unfallgeschehen waren Fußgänger beteiligt, von denen alle drei leicht verletzt wurden.

Die Altersgruppe der Unfallbeteiligten im Alter von 25 bis 44 Jahren weist mit 54 Unfällen den höchsten Wert bei schweren Unfallgeschehen aus. Dabei heben sich Ursachen wie Nichtbeachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen besonders ab.

29 Personen aus der Altersgruppe über 65 Jahren waqren in Unfälle verwickelt. Diese Gruppe der Senioren zeigt sich hinsichtlich des geschwindigkeitsbedingten Fehlverhaltens unauffällig und fällt eher durch Vorfahrtsverletzungen, Abbiegefehler und Rechtsfahrgebotsverstöße auf.

Im letzten Jahr ereigneten sich vier (0) Schulwegunfälle: Eine der Hauptunfallursachen für Verkehrsunfälle mit schweren Folgen (182) sind überhöhte n Geschwindigkeit mit 23 Schadensfällen (29). Alleine 16 (19) Verkehrsteilnehmer wurden letztendlich durch diese „Raserei“ verletzt. Ein junger Motorradfahrer musste wegen seiner nicht angepassten Fahrweise sein Leben lassen.

Abbiegefehler mit 44 (25) Unfällen, fehlerhaftes Verhalten in Bezug auf Vorfahrts- und Vorrangregelungen in 36 (30) Fällen sowie Rechtsfahrgebotsfehler mit 27 Schadenfällen sind weitere zentrale Fehlverhaltensweisen für folgenschwere Unfälle.


Ein enormes Dunkelfeld ist anzunehmen bei Unfallsituationen, in denen fehlende Konzentration und abgelenkte Aufmerksamkeit durch Nutzung von elektronischen Geräten einen oftmals schwer nachzuvollziehenden Schadensfall verursachen. Der Anspruch, „immer online sein zu wollen“ sei brandgefährlich und erhöhe das Unfallrisiko um ein Vielfaches, hieß es. Auch der vom Gesetzgeber verhängte Bußgeldsatz von 100 Euro hält viele Autofahrer nicht davon ab, „mal schnell eine E-Mail zu checken“.

Von den unterschiedlichen Straßenarten (Bundes-, Staats-, Kreis-, Gemeindestraßen) weist der Bereich der Staatsstraßen mit 54 (48) Fällen außerorts die höchste Unfalldichte hinsichtlich der „schweren“ Unfälle auf. Im Dienstbereich der Parsberger Polizei mit seinen sieben Gemeinden ist aktuell kein regional eingrenzbarer Unfallschwerpunkt benannt.

Die Anzahl der Verkehrsstraftaten wie Nötigung und Beleidigung im Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Kennzeichenmissbrauch ist mit 33 Fällen (47) aktuell rückläufig. Davon waren insgesamt 22 (26) Fälle dem Bereich der „Schwarzfahrer“ zuzuordnen, die bei Verkehrskontrollen ohne erforderliche Fahrerlaubnis auf frischer Tat ertappt worden sind.

Auch im Bereich der Inspektion Parsberg gab es im letzten Jahr viele Kontrollen: Das Bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020 „Bayern mobil - sicher ans Ziel“ wird natürlich fortgeführt, sagte Gotteswinter . Örtliche Aktionen wie Geschwindigkeitsmessungen und verstärkte Alkoholkontrollen, Kontrollen hinsichtlich Ablenkung im Straßenverkehr, aber auch Aufklärungsveranstaltungen sollen einen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit leisten.
11.03.19


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Berg im Internet - die Lokalausgabe der Internet-Tageszeitung neumarktonline. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Berg im Internet
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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