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"Warnende Stimme" fehlt

NEUMARKT. Eine innige Freundschaft war es noch nie: Jetzt greift FLitZ Stadtbaumeister Müller-Tribbensee frontal an.

"Knallhart" kritisiert Stadtrat Hans Jürgen Madeisky in Absprache mit seinen zwei FLitZ-Kollegen Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee. Er wirft ihm in einer Presseerklärung vor, mit "zweierlei Maß zu messen" und "anscheinend partiell mit Blindheit geschlagen" zu sein.

"Von einem Stadtbaumeister erwarten wir uns Visionen und echte Konzepte in Sachen Stadtgestaltung", schreibt Madeisky. Müller-Tribbensee hingegen stelle sich einerseits gegen Einkaufszentren ("so geschehen in der Nürnberger Straße"), toleriere jedoch das riesige, geplante Zentrum am Unteren Tor. Die daraus sich zwangsläufig ergebende Verkehrsproblematik am ohnedies neuralgischen Punkt an der Lammsbräu-Kreuzung, am Unteren Tor und der Einfahrt zu den Gymnasien sehe er, so in einer Presseverlautbarung, als "nicht problematisch".

Das Chaos sei nach Meinung von Madeisky an der Dammstraße/Nürnberger Straße und an der Kreuzung an der Lammsbrauerei vorprogrammiert, insbesondere, wenn dort die Stadthalle gebaut und betrieben werde.

In diesen wesentlichen Dingen verharmlose Tribbensee. Andererseits würden Bürger durch "unsinnige Vorschriften gegängelt", so zum Beispiel bezüglich der erlaubten Sonnen-Kollektorfläche im Neubaugebiet Klosterwiese.

Madeisky wirft dem Stadtbaumeister vor, zu sehr auf die "OB-Karlschen, beinahe großmannssüchtigen, nicht bezahlbaren Pläne" eingeschwenkt zu sein. Es fehle seit Jahren dringliche Kritik und eine "warnende Stimme des Stadtbaumeisters". "Schlimmer noch": Mit Blick auf die Stadthalle werde auf dem Bausektor kopiert und man hole sich so die finanziellen Probleme anderer Städte ins Haus.

Leerstände im Innenstadtbereich und in Gewerbegebieten würden sich häufen und Standorte für Gewerbeansiedlungen liefen "manchmal anscheinend nach dem Zufallsprinzip".

Versäumt habe man in Neumarkt, zukunftsträchtige Wege auf dem Gebiet der Energieeinsparung zu gehen. Finanziell gesehen dürfe man mit den geplanten Großprojekten "Neumarkt nicht an die Wand fahren", mahnte der Flitz-Stadtrat.
20.06.06

"Teuerstes Sonstiges"

NEUMARKT. "Neumarkt darf und kann sich nicht alles leisten" mahnt FlitZ Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky mit Blick auf die beabsichtigten Großbaumaßnahmen am Unteren Tor.

Es könne nicht Aufgabe der Stadt sein, mit Geldern der Allgemeinheit für "Privatpersonen, ob nun Ärzte oder Handeltreibende, Sonderkonditionen zu schaffen" und damit den "noch vorhandenen Wettbewerb zu verzerren und sogar zahlreiche Existenzen zu gefährden". Wenn man die Kosten für all das addiere, was "einige Leute dort unten in naher Zukunft durchsetzen wollen, überziehen wir gewaltig", sagt der FlitZ Stadtrat und zählt auf: Sechsspurige Fahrbahnen, Tiefgaragen, Unterführungen und "teuerstes Sonstiges, zum Beispiel die Stadthalle und die Tiefgarage unter der Schanze".

"Wühlmäusen gleich, nur sehr viel teuerer" wolle man den Bereich am Unteren Tor "untertunneln und unterhöhlen". Dabei seien die benachbarten Parkhäuser längst nicht ausgelastet oder eins, das ehemalige Aldiparkhaus, "soll sogar abgerissen werden".

Eindringlich warnt der langjährige Stadtrat, unterstützt vom FLitZ-Vereinsvorsitzenden Dieter Ries, davor, "in Neumarkt die Bodenhaftung zu verlieren, abzuheben und zu überziehen". Neumarkt könne und dürfe sich niemals an Regensburg oder Nürnberg messen. "Wir sollten dies auch nicht tun, weil wir damit unsere ureigene und einmalige Identität verlieren." Vielmehr sollte man aus Fehlern vergleichbarer Kommunen lernen.
16.06.06

"Marathon nötig"

NEUMARKT. Erfreut zeigte sich der Vorsitzende von FLitZ, Dieter Ries, daß die CSU im Stadtrat "den von uns gespielten Ball bezüglich Energieeinsparung auf Seiten der Stadt" aufgenommen habe und "nun endlich" mitwirken wolle.

Zu begrüßen sei, dass von CSU-Seite ein konkretes Projekt, nämlich das Feuerwehrzentrum, angesprochen werde und dass man im Bereich Energieeinsparung bei städtischen Objekten mit den Stadtwerken kooperieren wolle. Allerdings müsse man bedenken, dass die Stadtwerke dabei professionelle Unterstützung von Privatfirmen mit anstreben sollten. Befürwortet werde von FLitZ auch die Beratung von Privatpersonen durch die Energieberater der Stadtwerke. Hier werde sicherlich wertvolle Hilfe geleistet und in Zukunft könne dies sogar verstärkt werden.

Allerdings sei es nicht Aufgabe der Stadtwerke, auf breiter Ebene als Konkurrent in Sachen Energieeinsparung gegenüber der Privatwirtschaft aufzutreten, heißt es in einer FLitZ-Pressemitteilung. Das von der CSU angeregte Angebot, die Stadtwerke sollten auch gegenüber der Privatwirtschaft Überprüfungen und Hilfestellung anbieten, sieht Stadtrat Hans Madeisky "äußerst skeptisch".

Seiner Meinung nach sei dies nicht originäre Aufgabe der Stadtwerke, sondern der privaten Wirtschaft. Schließlich gäbe es zahlreiche privatwirtschaftliche, ausgebildete und geprüfte Energieberater, die von derartigen Aufträgen lebten. Zudem seien die Stadtwerke immer auch bestrebt, möglichst viel Energie zu verkaufen, also ein Geschäft zu machen. Beinahe zwangsläufig ergäbe sich ein Interessenskonflikt, wenn man auf der einen Seite vorgebe, für Einsparungen wirken zu wollen, andererseits verständlicherweise jedoch am Mehrverbrauch interessiert sei.

Dieter Ries rät zur Kooperation mit den politischen Gruppen im Rathaus und vor allem mit andern sachkundigen Bürgern. Er denke dabei sowohl an private Firmen wie auch zum Beispiel an Experten im Solarkreis und an Mitarbeiter im Landratsamt, nämlich die im Energieplenum mitwirkenden Energieberater.

Außerdem wünscht FLitZ ein umfassendes Konzept für Energieeinsparung. Die geforderte Maßnahme am Feuerwehrzentrum sei nur ein "Schrittchen", nötig sei ein "Marathon", sagte Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky .
11.06.06

Wird der OB verführt ?

NEUMARKT. Sehr gelobt wird Oberbürgermeister Thomas Thumann von Mitgliedern von FLitZ für seinen neuen Führungsstil.

In der letzten Mitgliederversammlung würdigte Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky die "ehrliche und offene Art" des Oberbürgermeisters. In einigen Bereichen laufe der OB jedoch Gefahr, von der CSU im Rathaus "vorgeführt und verführt zu werden".

So sei es nicht hinnehmbar, über Industrieansiedlungen in Landschaftsschutzgebieten entscheiden zu lassen, ohne vorab den zukünftigen Investor zu nennen. Der "Pfad der Tugend" werde auch verlassen, wenn die Stadt Grundstückskäufe tätige, ohne einen Kaufpreis zu nennen. Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky (FLitZ) bat den OB, "nicht falschen Beratern zu folgen" und warnt davor, "alte und schlimme Gewohnheiten fortzuführen".

Gut beraten sei der neue OB außerdem, wenn er sich bei der Stadthalle nicht auf die Seite der "Hurra-Schreier" stelle, sondern weiter kritisch bleibe. Schließlich gehe es bei dem Großprojekt um die gesamten Ersparnisse der Stadt Neumarkt. Die 1800 Euro Rücklagen pro Kopf der Bevölkerung seien schneller verbraucht als mancher denkt.

Beim Unteren Tor und dem dort geplanten Einkaufszentrum, hoffen die FlitZ-Mitglieder auf einen "Sieg der Vernunft". Wenn die Stadt die Grundstückskosten und die anstehenden Infrastrukturmaßnahmen in Rechnung stelle, dann trage sich das niemals, erklärt FLitZ Vereinsvorsitzender Dieter Ries.

Und für Hans-Jürgen Madeisky wird die Sache "auch nicht lukrativer" dadurch, dass die UPW im Stadtrat "früher mal Gegner, jetzt plötzlich für ein Einkaufszentrum" sei.
07.06.06


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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