NEUMARKT. Die zunehmende Marktorientierung und Marktöffnung beim Sektor Milch ist nach Meinung von MdEP Albert Deß grundsätzlich zu begrüßen.
Das könne aber nur gelingen, wenn die Bundesländer und die EU gezielt daran arbeiten würden, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. "Das gilt für die landwirtschaftlichen Betriebe genauso wie für die milchverarbeitenden Institutionen, die gerade im Milchsektor meist genossenschaftlich organisiert sind," sagte der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament anlässlich der Abstimmung über den Nicholson-Bericht zur EU-Milchpolitik.
Auch nach der Abschaffung der Milchquote sei sich die EU ihrer Verantwortung für die milcherzeugenden Landwirte bewusst. Im Vordergrund stehe jetzt die Unterstützung beim Absatz der in allen Mitgliedsländern erzeugten Milchmengen. "Dazu müssen europaweit einheitliche und klare Regeln für Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Milch bzw. Milchprodukten geschaffen werden. Wichtig sind die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf allen Ebenen und die Unterstützung der Molkereien bei der Erschließung neuer Märkte", so der Europaabgeordnete Deß.
In diesem Zusammenhang denke er auch an das Handelsabkommen mit den USA, sagte Deß. Gerade für die landwirtschaftlichen Produkte brauche man einen fairen Zugang zu diesem interessanten Markt. Nach Meinung des Abgeordneten stünden auch beim heftig umstrittenen "TTIP" die Interessen der europäischen Verbraucher in Vordergrund.
"Innerhalb Europas muss konsequent darauf geachtet werden, dass die Interessen der Nahrungsmittelhersteller und Verbraucher kartellrechtlich besser geschützt werden. Die Macht der in den letzten Jahren immer größer und mächtiger gewordenen Lebensmittel-Konzerne muss auf den Prüfstand", so Deß abschließend.
10.06.15
Nach Straßburg
NEUMARKT. Für eine politische Informationsfahrt nach Straßburg vom Donnerstag, 9.Juli, bis Samstag, 11. Juli, sind noch einige Plätze frei.
Besucht wird das Europäische Parlament. Auf dem Programm stehen auch die Fahrt durch das Elsaß, Stadtführungen in Straßburg und Colmar und eine Weinprobe.
Anmeldung und weitere Auskünfte im Europabüro Albert Deß, Telefon 09181/22641.
06.06.15
"Exportchancen nutzen"
NEUMARKT. Die "Europäische Milchwirtschaft muss die Exportchancen nutzen", sagte MdEP Albert Deß zum Internationalen Tag der Milch.
Für die Landwirte vieler Regionen der EU sei die Milcherzeugung die wichtigste Einkommensquelle. Gerade die deutschen Landwirte seien sehr abhängig von ihren Einnahmen aus der Milchproduktion, denn Deutschland ist der größte Milcherzeuger der EU und der viergrößte weltweit, sagte Albert Deß, der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.
In Deutschland versorgen rund 75.000 Milchbauern mit 150 Molkereien die Bevölkerung mit gesunden und qualitativ hochwertigen Milcherzeugnissen. Rund 15 Prozent der in Deutschland hergestellten Milchprodukte würden weltweit exportiert. „Made in Germany“ stehe innerhalb der EU und darüber hinaus für Qualität und Sicherheit.
Die Milcherzeuger in Deutschland brauchten internationale Absatzmärkte. Gerade wegen des russischen Importstopps für Milchprodukte aus der EU und nach dem Auslaufen der EU-Milchquote sei es notwendig, neue Exportmärkte für die Milchprodukte zu erschließen. Albert Deß hofft daher, daß es gelingt, die deutschen Milchprodukte zukünftig besser als bisher auf dem kaufkräftigen US-Markt abzusetzen. Dazu brauche man nach seiner Meinung das umstrittene Handelsabkommen zwischen der EU und den USA.
"Die EU-Kommission ist aufgefordert, einen besseren Marktzugang zu Drittstaaten durch ausgewogene bilaterale Handelsabkommen und durch gezielte europäische Absatzförderungsmaßnahmen zu gewährleisten", fordert Albert Deß.