Europaabgeordneter Albert Deß

"Bürokratie abbauen"

NEUMARKT. MdEP Albert Deß meint, die Zahl der Verwaltungsstellen im Agrarbereich solle an die Zahl der Landwirte gekoppelt werden.

"Zielsetzung ist eine EU-Agrarpolitik, die mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand auskommt", sagte MdEP Albert Deß zu der "Konferenz zur Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik" (GAP) in Brüssel. Eine Senkung der Bürokratiekosten um mindestens 25 Prozent sei machbar.

Agrarpolitiker Albert Deß weiter: "Für überflüssige Bürokratie sind aber nicht nur Brüssel, sondern auch die Mitgliedstaaten verantwortlich." Die Prämienregelung bei Kartoffeln sei ein Beispiel dafür. Die Vorgabe der EU-Kommission wurde durch Sonderwünsche einiger Mitgliedstaaten derart kompliziert, dass eine hochbürokratische Regelung zu Lasten von Landwirten und Behörden entstand, sagte Deß. Damit sei klar, dass Bürokratieabbau auf EU-Ebene nur dann erfolgreich sein können, wenn die Mitgliedstaaten auch mitziehen.

Albert Deß drängt nach wie vor darauf, die Stilllegungsverpflichtung abzuschaffen. "Getreideberge gehören der Vergangenheit an und in Zeiten von Ethanolgetreide und Biodieselraps macht die Stilllegung auch aus politischer Sicht keinen Sinn mehr". Stilllegungszertifikate müßten unbürokratisch in normale Ackerzertifikate umgewandelt werden können. Dann könne der Landwirt selbst entscheiden, ob er Futter- und Nahrungsmittel anbaut oder Energiepflanzen und Nachwachsende Rohstoffe.

Zur Verwaltungsvereinfachung fordert Albert Deß die Abschaffung der Energiepflanzenprämie. "45 Euro Prämie je Hektar verursachen einen Verwaltungs- und Kontrollaufwand, der höher ist, als die Prämie selbst", sagte er. Die Gelder der Energiepflanzenprämie sollten auf Acker- und Grünland umgelegt werden.

Vor allem bei Vertretern des Europäischen Rechnungshofes fand ein weiterer Vorstoß von Albert Deß großen Anklang: die Zahl der Verwaltungsstellen im Agrarbereich solle an die Zahl der Landwirte gekoppelt werden. Dazu der Agrarpolitiker: "Wenn wir die Vereinfachung konsequent durchziehen, bedeutet das auch eine Verschlankung der Agrarverwaltung. Es ist unverständlich, dass für immer weniger Bauern immer mehr Beamte zuständig sein sollen."

Albert Deß warnt eindringlich davor, "dass sich die angekündigte Verwaltungsvereinfachung nicht als erneute Agrarreform durch die Hintertür entpuppen darf." Die EU-Kommission müsse sicherstellen, dass zwischen Reform und Vereinfachung strikt getrennt werde.

Weniger Bürokratie sei messbar. Albert Deß hat dabei vor allem die praxisgerechtere Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik vor Augen. "Neben dem Agrarbereich müssen auch die anderen Politikfelder wie zum Beispiel die gesamten Umweltauflagen hinsichtlich Vereinfachung überprüft werden. Wir sind dann erfolgreich, wenn Bürger und Wirtschaft spürbar von Bürokratie entlastet sind". Deshalb müsse die Devise lauten: "erst denken, dann entscheiden und konsequent umsetzen."
08.10.06

"Glatt ein Grüner"

NEUMARKT. MdEP Albert Deß könnte "glatt ein Grüner sein, heißt es von den Grünen des Landkreises.

Allerdings wird in einer Pressemitteilung gleich eingeschränkt: " seinen Sprüchen nach zu urteilen ".

Wenn es Deß mit seiner Erklärung zum Welttierschutztag (wir berichteten) ernst meine, "dann sind wir Grüne hocherfreut", schreibt Kreissprecherin Gabriele Bayer in einer Pressemitteilung. Allerdings sollte er sich unbedingt mit seinem Parteikollegen Seehofer "auf eine gemeinsame Linie einigen, sonst macht er sich und Seehofer unglaubwürdig".

Bisher hätten die CSU-Politiker den Tier- und Verbraucherschutz "mit Füßen getreten". "Sie fördern Massentierhaltung, verhindern Grenzwertlisten für gesundheitlich bedenkliche Stoffe in Lebensmitteln, Gammelfleischskandale häufen sich insbesondere im CSU-regierten Bayern, sie bevorzugen unwürdigen Haltung von Hühnern in Legebatterien, sie fördern die Gentechnik in der Lebensmittelerzeugung statt die Biolandwirtschaft zu fördern", heißt es von den Grünen. "Aber vor allem ignorieren sie die Meinung und Wünsche der Bürger".
05.10.06

Geschützter Karpfen


Beim Pressetermin in Wöllersdorf bestaunten Regierungspräsident Dr. Wolfgang Kunert (links) und Europaabgeordneter Albert Deß (2.v.r.) einen Pracht-Stör.
Fotos:Hirmer

Wöllershofer Mitarbeiter bei der Separierung weiblicher Störe
NEUMARKT/ WÖLLERSHOF. Mit einem Appell an die Oberpfälzer Bevölkerung, mehr heimischen Fisch zu essen, eröffnete der Bezirk Oberpfalz zusammen mit dem Fischereiverband Oberpfalz im Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb Wöllershof (Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab) die diesjährige Oberpfälzer Fischsaison.

Bezirksrätin Marianne Rauh betonte bei ihrer Begrüßung, dass dies nur der Auftakt zu weiteren, alljährlich stattfindenden Eröffnungen sei. In den nächsten Jahren sollen Veranstaltungen in allen Oberpfälzer Landkreisen folgen, die ihren jeweiligen Schwerpunkt der Teich- und Fischwirtschaft herausstellen werden - sei es die Karpfenteichwirtschaft im Tirschenreuther Raum oder die Flussfischerei im Landkreis Regensburg.

Die erste offizielle Eröffnung der Oberpfälzer Fischsaison sollte auf die Vorzüge des heimischen Fisches verweisen, die oft vernachlässigt würden: "Heimischer Fisch ist ein überaus gesundes und hochwertiges Lebensmittel, das aufgrund der kurzen Wege zum Verbraucher zudem die Umwelt weniger belastet", so Bezirkrätin Rauh.

Auch die Bedeutung des Wirtschaftszweiges Teichwirtschaft in der Region dürfe nicht unterschätzt werden, so Rauh: Rund 3.500 Teichwirte kümmern sich in der Oberpfalz auf rund 10.000 Hektar Teichfläche nicht nur um die Aufzucht von gesunden, schmackhaften Fisch, sondern gerade auch um die Erhaltung der jahrhundertealten Kulturlandschaft, die gerade durch die Fischzucht besonders geprägt wurde. "Wir sollten unsere landschaftlichen Schönheiten, wie etwa die Tirschenreuther Teichpfanne, nicht verstecken, sondern sie intensiv bewerben", rief Rauh auf.

Eine erfreuliche Nachricht hatte Europaabgeordneter Albert Deß im "Gepäck": Von 2007 bis 2013 werde die Europäische Union die bayerische und damit die Oberpfälzer Teichwirtschaft weiter fördern, und zwar mit dem gleichen Fördersatz wie in der benachbarten Tschechischen Republik. Um weiterhin im stark umkämpften Handel bestehen zu können, seien stets neue Ideen bei der Vermarktung gefordert. Ein großer Schritt hierzu sei durch die Anerkennung des Oberpfälzer Karpfens als sogenannte "geschützte geografische Angabe" gelungen.

Der Oberpfälzer Karpfen ist bisher als einziger durch den Markennamen "geschützt". Weder den Franken, noch den Brandenburgern ist bisher gelungen, es den Oberpfälzern gleich zu tun. "Betriebe, die echten Oberpfälzer Karpfen anbieten - erkennbar durch eine Fahne am Betrieb - sind zertifiziert. Hier wird garantiert, dass der Verbraucher ausschließlich Fisch bekommt, der aus der Oberpfalz stammt", so Konrad Bartmann, 1. Vorsitzender der Teichgenossenschaft Oberpfalz (TEGO).

Für die Eröffnung der Fischsaison wurde bewusst der Teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb des Bezirks gewählt, da hier der Schwerpunkt auf die Störzucht gelegt werden könne, erläuterte Dr. Thomas Ring von der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberpfalz. Mit seiner hervorragenden Beratung der Teichwirte ist der Beispielsbetrieb quasi die "Praxishand" der Fachberatung für Fischerei, die alle Fragen rund um Fisch, Teich und Gewässer beantworten kann. Besonderen Wert legt der Betrieb auf die Ausbildung von Fischwirten. Seit Bestehen des Betriebs wurden über 50 Lehrlinge ausgebildet, die als hochqualifizierte Facharbeiter ihr Wissen in die Region hinaustragen und so zur Erhaltung der Kulturlandschaft beitragen.

Beim anschließenden Abfischen einer Stör-Aufzucht erläuterte Fischzuchtmeister Hans Bergler Aufgaben und Arbeit des Teichwirtschaftlichen Beispielsbetriebs Wöllershof.
02.10.06


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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