Europaabgeordneter Albert Deß
Arbeitsplätze bedroht
NEUMARKT. "Amerikaner und Brasilianer müssen sich bewegen, wenn die WTO-Handelsrunde Aussicht auf Erfolg haben soll", so Albert Deß, agrar- und handelspolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.
Es liege vor allem an der Unnachgiebigkeit der Vereinigten Staaten und den überzogenen Freihandelsforderungen der G-20 Länder unter der Führung Brasiliens, dass bei den Welthandelsgesprächen bisher kein Durchbruch erreicht werden konnte.
Die Europäer wollten ein faires Verhandlungsergebnis und hätten mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und der "Alles-außer-Waffen"-Initiative bereits erhebliche Vorleistungen erbracht. Darüber hinaus sind für 2013 Zollkürzungen und ein Auslaufen der Exporterstattungen vorgesehen. Albert Deß: "Für die Landwirtschaft in Europa ist die Grenze des Erträglichen erreicht. Europas Verhandlungsführer müssen jetzt verbindliche Umwelt- Tierschutz- und Hygienestandards auf WTO-Ebene festzulegen, damit ein fairer Wettbewerb überhaupt möglich ist."
Albert Deß teilt die Position von Agrarminister Seehofer und seinem österreichischen Kollegen Pröll, die von der EU-Kommission ein selbstbewusstes Auftreten verlangen. "Es muss Schluss sein mit immer neuen Zugeständnissen durch EU-Handelskommissar Mandelson." Mit seiner Salamitaktik gefährde er in Europas Agrarbranche über 500.000 Arbeitsplätze.
Am Verhandlungstisch müsse Europa unbedingt Geschlossenheit demonstrieren. Dazu gehöre es, klare Grenzen aufzuzeigen. Ein gerechtes Welthandelsabkommen beruhe auf Gegenseitigkeit. Es müsse europäische Interessen wahren und vor allem die Vorleistungen der Landwirtschaft Europas angemessen berücksichtigen. "Ein fairer WTO-Abschluss ist im Interesse aller Bauern", so Albert Deß abschließend.
09.02.07
Noch Plätze frei
NEUMARKT. Für eine politische Informationsfahrt nach Straßburg vom 15. bis 17. März sind noch einige Restplätze frei.
Interessierte können sich anmelden im CSU-Europabüro Albert Deß, Weinbergerstraße 18, Neumarkt, Telefon 09181 22641.
08.02.07
Immer weniger Betriebe
NEUMARKT. "Die Bereitstellung hochwertiger Nahrungsmittel bleibt die wichtigste Aufgabe der Landwirte", so Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.
Trotz reger Nachfrage nach Agrarrohstoffen gehe aber das Höfesterben unvermindert weiter. Wie die Bundesregierung im Agrarbericht 2007 mitteilt, haben im Jahr 2006 3,5 Prozent der Höfe ihre Tore für immer geschlossen. Damit gibt es in Deutschland noch rund 353.000 landwirtschaftliche Betriebe.
Aber auch positive Trends zeichnen sich ab, teilte Deß mit. In Zeiten steigender Energiepreise würden nachwachsende Rohstoffe wie Getreide und Ölsaaten immer mehr dazu beitragen, Europa ein Stück unabhängiger von Energieimporten zu machen. So komme den Landwirten eine neue Aufgabe zu: Neben der Pflege der Kulturlandschaft und der Stabilisierung des ländlichen Siedlungsraums träten sie am Markt auch als Anbieter von Rohstoffen und Energie auf. "Dies sind Chancen, die gerade die junge Generation auf den Höfen braucht, um mit Selbstvertrauen in die berufliche Zukunft zu gehen", so Albert Deß.
Dass der Agrarbereich für die Exportnation Deutschland von großer Bedeutung ist, zeigten die weiter zunehmenden Agrarausfuhren. Ihr Anteil betrage mittlerweile 4,7 Prozent am Gesamtexport. Weiteres Exportpotential böten sich für die deutsche Ernährungswirtschaft vor allem in die östlichen EU-Mitgliedstaaten.
"Zunehmende Ausfuhren sind ein Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarbranche", so der Agrarpolitiker Deß. Aufgrund agrarpolitischer Reformen der EU und der übertriebenen Freihandelspolitik der WTO müßten sich die Bauern in Deutschland und Europa immer mehr auf einen weltweiten Wettbewerb einstellen. Die Landwirtschaft nehme diese Herausforderung an,
braucht dazu aber verlässliche politische Vorgaben.
Deß ist mit Minister Horst Seehofer einer Meinung: "Unser gemeinsames Ziel ist eine verlässliche Agrarpolitik für die Verbraucher und Landwirte in Europa."
02.02.07
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