Sternwarte Neumarkt

Offene Sternwarten-Türen


Die Saturnringe von Neumarkt aus "gesehen"
Foto: Michael Endig
NEUMARKT. Hochkarätige Vorträge und einen Tag der Offenen Tür gibt es am Freitag und Samstag auf der Neumarkter Sternwarte.

Von Sonnenbeobachtung am Mittag bis zur Jagd auf die schönsten Nebel und Sternhaufen des Frühlingshimmels reicht die Palette.

Der Vorträge sind übrigens so abgefasst, dass keine astronomische Vorkenntnisse notwendig sind. Sie finden im Präsentationsraum der Sternwarte statt. Für die Himmelbeobachtungen in der Nacht wird warme Kleidung empfohlen.

Bereits am Freitag um 20 Uhr geht es im Vortrag von Dr. Emil Khalisi vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg um die Frage "Wie kam der Saturn zu seinen Ringen?". Für viele Himmelsbeobachter gilt der Saturn mit seinen Ringen als der schönste Planet. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Ringe allerdings alles andere als einfach zu verstehen, denn sie weisen mancherlei Eigenheiten auf, die man erst in den vergangenen vier Jahrzehnten aufgedeckt hat.

Beispielsweise haben die Raumsonden Speichen, Wellen und propellerartige Strukturen photographiert; theoretische Modelle haben Resonanzeffekte mit Monden erklärt; oder mit Computersimulationen hat man die Existenz sogenannter selbstgravitierender Wakes vorhergesagt. Die Saturnringe bergen immer noch viele Rätsel, die Gegenstand aktueller Forschungsarbeit sind.

Dr. Emil Khalisi stellt die außergewöhnlichen Phänomene vor und diskutiert ihre astrophysikalische Grundlage. Die Forschung findet unter anderem am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg statt, an dem der Referent tätig ist. Der Vortrag wird durch die "Klaus Tschira Stiftung" gefördert.

Der "Tag der offenen Tür" am Samstag beginnt um 13 Uhr mit einer Sonnenbeobachtung.

Die dreiteilige Vortragsreihe von Dr. Dietrich Baade von der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching bei München steht unter der Überschrift "Extraterrestrisches Leben" Nach den einzelnen Teilen besteht jeweils die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung durch die Sternwarte mit Vorstellung der Instrumente. Um 21 Uhr sind Himmelsbeobachtung mit den Geräten möglich.

Dietrich Baades besonders reich bebilderte Serie von jeweils gut einstündigen Vorträgen geht der spannenden Frage nach erdähnlichem Leben außerhalb des Sonnensystems nach.

Der erste Teil zeigt dabei, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass sich irdisches Leben über Jahrmilliarden ziemlich ungestört entwickeln konnte: Das Universum an sich ist außerordentlich lebensfeindlich, und zahlreiche Gefahren für das Leben lauern auf vielerlei räumlichen und zeitlichen Skalen.

Teil 2 beschreibt ausführlich, welche Möglichkeiten bestehen, extrasolare Planeten aufzuspüren, und welche enormen technischen Herausforderungen dazu überwunden werden müssen. Die wesentlichen gegenwärtigen und zukünftigen Methoden werden erklärt und miteinander verglichen. In den letzten 20 Jahren haben sie schon zur Entdeckung von fast 1000 Planeten geführt, deren Eigenschaften sich zum Teil überraschend deutlich von denen der unmittelbaren Erd-Nachbarn unterscheiden. Trotz dieser erstaunlichen Fortschritte und dank immer besserer Instrumente tastet sich die Astronomie derzeit erst noch an Himmelskörper heran, deren Eigenschaften denen der Erde einigermaßen ähnlich sind.

Einige Sterne sind schon gefunden worden, die von mehreren Planeten umkreist werden. Teil 3 vergleicht sie mit dem heimischen Planetensystem. Daraus entsteht vielleicht zum ersten Mal in der Jahrtausende alten Geschichte der Astronomie die faszinierende Möglichkeit, aus Beobachtungen weit entfernter Welten etwas über die Vorgeschichte der eigenen planetaren Heimat zu lernen. So entsteht ein immer klareres Bild der Bedingungen, auf deren Grundlage die Biochemie versuchen kann, die Entstehung von Leben zu erklären.
09.05.12

"Schöpfung oder Urknall ?"

NEUMARKT. Um "Schöpfung oder Urknall ?" geht es bei einem Vortrag von Dr. Jürgen Kemmerer am Freitag um 20 Uhr auf der Fritz-Weithas-Sternwarte.

Das Universum – unendliche Weiten... Was geschah wirklich vor 14 Milliarden Jahren? Das ist die Frage, die in diesem Vortrag gestellt wird. Im ersten Teil werden die geschichtlichen Abläufe beleuchtet, um überhaupt eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Menschheit in der Vergangenheit mit dem Phänomen "Himmel" umging.

Im weiteren Verlauf werden Messungen vorgestellt – wie zum Beispiel die 3°Kelvin-Hintergrundstrahlung, die Aufschluss über den zeitlichen Ablauf des Universums geben. In einem kleinen Ausflug wird kurz die Entwicklung der Sterne von ihrer Geburt bis zum Tod in den verschiedenen Stadien gezeigt, um so die Wichtigkeit der beiden häufigsten Elemente Wasserstoff und Helium hervorzuheben, sowie die Herstellung der höherwertigen Elemente im Universum zu erklären.

Die Quintessenz bilden letztendlich die verschiedenen Weltmodelle, deren moderne Versionen sich nur durch die Dunkle Materie und Dunkle Energie erklären lassen. Den Abschluss bildet ein Versuch, diese Weltmodelle philosophisch zu deuten.

Der Abend ist so abgefasst, dass keine astronomische Vorkenntnisse notwendig sind. Bei klarem Wetter können die Planeten sowie (ab etwa 21.30 Uhr) die schönsten Nebel und Sternhaufen des Frühlingshimmels durch das große Kuppelteleskop betrachtet werden. Beim Aufenthalt unter freiem Himmel wird warme Kleidung empfohlen. Der Vortrag findet im Präsentationsraum der Sternwarte statt.
04.05.12

Mond im Mittelpunkt

NEUMARKT. Am Freitag um 20 Uhr wird es wieder einen spannenden Kinderabend auf der Fritz-Weithas-Sternwarte geben.

Vereinsvorstand Hans-Werner Neumann wird mit den kleinen Besuchern der Sternwarte den Mond erkunden.

Jeder, der den Mond schon mal durch ein gutes Fernglas oder ein Fernrohr betrachtet hat, wird von den Kratern und Bergen beeindruckt gewesen sein. Hans-Werner Neumann wird den Kindern anschaulich erklären, wie diese entstanden sind. Aber auch die eigentliche Entstehung des Mondes wird erklärt.Der Referent wird den kleinen Besuchern auch die Schönheiten zeigen. Er wird von besonderen Formationen und geheimnisvollen Lichtspielen in den Kratern erzählen. Diese Phänomene verleiteten die Menschen nicht nur in der Vergangenheit zu allerlei Fantasien und Deutungen.

Erst vor ungefähr 40 Jahren ist der Mond so richtig erkundet worden. Aber mit der Apollo-Mission wurden viele beeindruckende und auch überraschende Details des Erd-Trabanten bekannt. Beim Kinderabend werden aber auch die neuesten Erkenntnisse über den Mond sowie über die Riesenplaneten Jupiter und Saturn erläutert.

Der Abend ist so abgefasst, dass er für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist. Danach können bei klarem Wetter die Kinder die Mondsichel, die Planeten Venus, Mars und Saturn sowie (ab etwa 21.30 Uhr) die schönsten Nebel und Sternhaufen des Frühlingshimmels durch das große Kuppelteleskop betrachten. Beim Aufenthalt unter freiem Himmel wird warme Kleidung empfohlen. Der Kinderabend selbst findet im beheizten Präsentationsraum der Sternwarte statt.
24.04.12

Klingende Zahlen

NEUMARKT. Um Zahlenverhältnisse in Musik, Astronomie und Architektur vom Mittelalter bis zur Gegenwart geht es bei einem Vortrag auf der Sternwarte.

Am Freitag um 20 Uhr spricht dazu Prof. Dr. Alfred Holl von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg.

Zahlenverhältnisse oder Proportionen werden seit dem antiken Griechenland mit Tonintervallen in Verbindung gebracht. Daher wird in allen Bereichen, an denen Zahlenverhältnisse beteiligt sind, von Klängen gesprochen: bei einem mittelalterlichen Spiel von der Rithmo-Machie, in der Architektur von klingenden Gebäuden, in der Astronomie von Sphärenharmonie und natürlich in der Musik.

Letztere steht im Mittelalter als die zentrale Wissenschaft, die sich mit Zahlenverhältnissen befasst, in einer Reihe mit den anderen mathematischen Wissenschaften Arithmetik, Geometrie und Astronomie und bildet mit ihnen zusammen das so genannte Quadrivium. Von hier ausgehend spannt der Vortrag den Bogen bis zu Zahlenverhältnissen in der modernen Astronomie.

Der Vortrag ist so abgefasst, dass man kein Mathematiker sein muß. Bei klarem Wetter kann man die Planeten wie den Saturn und viele andere interessante Himmelsobjekte durch das große Kuppelteleskop der Sternwarte betrachten. Die Mitglieder der Sternwarte werden wieder einen kleine Sternenführung durchführen. Beim Aufenthalt unter freiem Himmel wird warme Kleidung empfohlen. Der Vortrag findet im beheizten Präsentationsraum der Sternwarte statt.
20.04.12


Anfang ... 52 - 53 - 54 - 55 - [56] - 57 - 58 - 59 - 60 ... Ende

Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus neumarktonline auch im NEUMARKTER FORUM diskutieren
Telefon Redaktion


Berg im Internet - die Lokalausgabe der Internet-Tageszeitung neumarktonline. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Berg im Internet
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
Berg im Internet - die Lokalausgabe der Internet-Tageszeitung neumarktonline. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Berg im Internet
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang