Statistiken aus Bayern
Sicherer Süden
NEUMARKT. Lupburg und Breitenbrunn sind die sichersten Gemeinden im Süden des Landkreises Neumarkt.
Und dabei ist in Lupburg die Kriminalität im letzten Jahr relativ sogar stark gestiegen: von 34 auf 52 Straftaten. Dies wurde am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Kriminalstatitik für den Süden des Landkreises bekannt.
Das weitaus "gefährlichste Pflaster" der Gegend ist übrigens Lupburgs Nachbar-Stadt Parsberg, wo im letzten Jahr 284 Straftaten gezählt wurden - wie bei Lupburg mit ansteigender Tendenz.
Doch insgesamt konnte die Parsberger Polizei erfreuliche Zahlen für den Süden melden: Nach einem Rückgang der Gesamtstraftaten im Jahr 2006 um 1,6 Prozent fielen diese im Jahr 2007 erneut um 3,8 Prozent auf jetzt 876 Straftaten (911 waren es 2006).
Von den 876 Straftaten konnten 593 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt damit bei 67,7 Prozent (75,0 Prozent im Jahr 2006). Zu den 593 Fällen wurden 494 Tatverdächtige ermittelt (99 Mehrfachtäter). Davon waren 136 Tatverdächtige Nichtdeutsche (27,5 Prozent, 39,4 Prozent im Jahr 2006). 359 Täter waren Erwachsene (72,7 Prozent, 74,1 Prozent im Jahr 2006) und 90 Tatverdächtige waren weiblichen Geschlechts.
Nach einem Rückgang der Diebstahlskriminalität im Jahr 2006 um 26,2 Prozent stieg diese im Jahr 2007 um 41,7 Prozent auf 272 Straftaten an (260 im Jahr 2005).
Die Zahl der Diebstähle an Kraftfahrzeugen stieg von zehn auf 22 Fälle. Hier konnten von Beamten der Parsberger Polizei sage und schreibe 102 in der gesamten Polizeidirektion Regensburg begangene Radkappendiebstähle geklärt werden. Überführt wurden zwei Männer aus dem Bereich der Stadt Parsberg, die im Internet geklaute Radkappensätze versteigert hatten.
Auch die Zahl der Diebstähle "unter erschwerten Umständen" wie zum Beispiel Einbruchdiebstähle stiegenum 30 auf 84 Fälle im Jahr 2007. Anfang 2007 wurde beispielsweise das Gewerbegebiet in Parsberg und Lupburg sowie das Neubaugebiet "An der Breiten" in Parsberg von Einbrechern heimgesucht. Der oder die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.
Im Bereich der Gewaltkriminalität ereigneten sich wie im Vorjahr wieder 17 Fälle.
Im Einzelnen handelt es sich dabei um 14 Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung (16 Fälle im Jahr 2006) um einen Raub und um zwei Vergewaltigungen (die jeweils in der Ehe begangen wurden). Die einfache Körperverletzung fiel im Jahr 2007 um 16,7 Prozent auf 70 Fälle (84 Fälle 2006).
Keine wesentlichen Änderungen gab es im Bereich der Sachbeschädigungen (104 Fälle 2007 und 100 Fälle 2006) In 30 Fällen wurden dabei Autos beschädigt.
Im Bereich der Rauschgiftdelikte fiel die Anzahl der Delikte von 42 auf 39 im Jahr 2007 und im Bereich der Straftaten "gegen die sexuelle Selbstbestimmung" kam es zu einem Anstieg von 15 auf 18 Fälle im Jahr 2007.
Auf die einzelnen Gemeinden bezogen
stieg die Anzahl der Gesamtstraftaten:
- in der Stadt Parsberg von 261 auf 284 im Jahr 2007 (330 im Jahr 2005),
- in der Gemeinde Seubersdorf von 105 auf 122 im Jahr 2007 (85 im Jahr 2005),
- in der Gemeinde Lupburg von 32 auf 52 im Jahr 2007 (41 im Jahr 2005)
und fiel die Anzahl der Gesamtstraftaten:
- in der Stadt Velburg von 224 auf 188 im Jahr 2007 (228 im Jahr 2005),
- in der Stadt Dietfurt von 115 auf 98 im Jahr 2007 (103 im Jahr 2005),
- in der Gemeinde Hohenfels von 109 auf 87 im Jahr 2007 (89 im Jahr 2005),
- in der Gemeinde Breitenbrunn von 69 auf 56 im Jahr 2007 (51 im Jahr 2005).
Die Statistik:
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| 2007 | 2006 | +/- %
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Gesamtzahl der Straftaten | 876 | 911 | = -3,8
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Straftaten gg. Sex. Selbstbestimmung | 18 | 15 | = +20
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Straftaten AuslG/AsylVerfG | 11 | 104 | = -89,4
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Diebstahlskriminalität insgesamt | 272 | 192 | =+ 41,7
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- unter erschwerten Umständen | 84 | 54 | = +55,6
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Diebstahl aus Kfz | 18 | 15 | = +20
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Diebstahl von Fahrrädern | 11 | 13 | = -15,4
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Sachbeschädigung an Kfz | 30 | 30 | = +-0
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RG-Kriminalität | 39 | 42 | = -7,1
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Umweltschutzdelikte | 2 | 4 | = -50
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Betrugsdelikte | 117 | 129 | = -9,3
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Verstoß gegen das WaffG | 23 | 5 | =+360 |
05.03.08
Mehr Unfälle, weniger Opfer
NEUMARKT. Mehr Unfälle, aber weniger Tote, Verletzte und Sachschaden - das ist die Jahresbilanz der Polizei für den südlichen Landkreis.
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich der für den Landkreis-Süden zuständigen Polizeinpektion Parsberg stieg nach 700 im Jahr 2006 auf 779 Unfälle im Jahr 2007 .
Bei diesen Unfällen wurden zwei Menschen getötet (Vorjahr: 3) und 109 (174) verletzt.
Bei allen Verkehrsunfällen zusammen entstand Sachschaden in Höhe von 499.000 Euro. Im Jahr 2006 lag dieser Betrag noch bei 924.000 Euro.
Allerdings sind die von den Versicherungen zu leistenden Summen um ein Vielfaches höher. Dem reinen Sachschaden müssen Kosten wie Nutzungsausfall, Mietwagen, Arbeitsausfall, Krankenhauskosten, Reha, Kosten für Operationen, Abfindungen über bleibende Schäden bis hin zum Todesfall hinzugerechnet werden.
Während im Jahr 2006 in 84 Fällen als Unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" festgestellt wurde, reduzierte sich diese Anzahl im Jahr 2007 auf 52.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Unfallflucht fiel um 30,6 Prozent von 49 im Jahr 2006 auf 34 im Jahr 2007. Die Aufklärungsquote betrug 55,8 Prozent, im Vorjahr 38,77 Prozent.
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| 2007 | 2006 | Differenz
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Gesamtzahl der Verkehrsunfälle | 779 | 700 | = +11,28
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Sachschaden | 499.000 | 924.000 | = - 45,99
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VU mit Personenschaden | 84 | 109 | = -22,9
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Verletzte Personen | 109 | 174 | = -37,35
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Getötete Personen | 2 | 3 | = -33,33
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VU als Kleinunfall | 608 | 493 | = +23,32
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VU mit Unfallflucht | 34 | 49 | = - 30,6
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geklärt | 19 | 19 | = +-0,00
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VU mit Alkohol | 7 | 12 | = -41,66
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Positiv festzustellen war bei der Parsberger Polizei vor allem auch der Rückgang der Anzahl der Verkehrsunfallflucht und die gleichzeitige Steigerung der Aufklärungsquote. Die Aufklärung von 19 Unfallfluchten bei 34 angezeigten Straftaten sei in erster Linie den aufmerksamen Bürgern zu verdanken, die es der Mühe Wert fanden, die Polizei zu verständigen, hieß es bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik.
Zur Bekämpfung der Hauptunfallursache, der nicht angepassten Geschwindigkeit, wurden massive Geschwindigkeitskontrollen mit Lichtschranken, Radarmessgeräten und mit der Laserpistole durchgeführt. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass im Zuständigkeitsbereich der Pol
izeiinspektion Parsberg im Jahr 2007 zwei Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden:
Im April 2007 lief ein 19jähriger Fußgänger bei Seubersdorf auf dem Nachhauseweg von einer Rocknachtveranstaltung in ein Auto (
wir berichteten) und am Heiligen Abend kam eine 34 jährige Frau in ihrem Opel Corsa ums Leben (
wir berichteten). Eine 43jährige Van-Fahrerin hatte im Gemeindebereich Hohenfels (bei Rackendorf) die Vorfahrt missachtet und ihr Fahrzeug gerammt.
05.03.08
Weniger Straftaten im Landkreis

Die "Häufigkeitszahl" liegt im Landkreis Neumarkt bei 34 - Die
Stadt Regensburg leidet gleichzeitig unter 105 Straftaten pro
1000 Einwohner.
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt ist die Zahl der Straftaten leicht zurückgegangen. Pro 1000 Einwohner zählte die Kriminalpolizei 34 Delikte - deutlich weniger als andere Nachbarlandkreis ohne Kreisfreie Städte. Am Dienstag wurde die Kriminalstatistik ausführlich vorgestellt.
Leitender Polizeidirektor Rudolf Kraus ging bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2007 der Polizeidirektion Regensburg auch ausführlich auf den Landkreis Neumarkt ein, wo es im letzten Jahr weniger Delikte als im Vorjahr gab - im Gesamtbereich der Direktion stieg dagegen die Zahl leicht an.
Polizei als Anstifter...
Als Journalist sollte man sich ja tunlichst über Tippfehler oder Stilblüten von anderen Menschen nicht lustig machen...
Aber wenn es halt gar zu schön ist: Kripo-Pressesprecher Michael Rebele hatte am Dienstag in der Kriminal-Statistik ein ganz neues Delikt erfunden - die "polizeilich motivierte Kriminalität".
Gemeint waren natürlich die "politisch" motivierten Straftaten. Rebele nahm es mit Humor, als ein Redakteur von "neumarktonline" telefonisch genauere Auskünfte über die von der Polizei angestifteten Bösewichte wissen wollte.
Er sandte dann aber sofort ein zweites Email mit der Berichtigung an alle Zeitungsredaktionen - damit die "polizeilich motivierte Kriminalität" nicht ernsthaft in die Berichterstattung einfließt...
Im Landkreis Neumarkt mit seinen Polizeiinspektionen in Neumarkt und Parsberg ging die Zahl der Straftaten von 4.429 auf 4.375 Delikte zurück - ein Minus von 54 Fällen oder 1,2 Prozent. Dabei mache sich in der Kriminalitätsentwicklung im Landkreis Neumarkt durchaus "der Einfluss des Ballungsraumes Nürnberg besonders bemerkbar", hieß es.
Zu 2.772 geklärten Fällen wurden im letzten Jahr 2.184 Tatverdächtige ermittelt. Dies entspricht
einer Aufklärungsquote von 63,4 Prozent (Vorjahr: 65,7 Prozent).
Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 371 (17,0 Prozent) Nichtdeutsche.
Insgesamt waren 116 Kinder, 318 Jugendliche, 247 Heranwachsende und
1503 Erwachsene an den Taten beteiligt.
Mit 1.274 Tatverdächtigen waren insgesamt 58,3 Prozent in der Tatortgemeinde
wohnhaft.
Im Landkreis Neumarkt waren 45 politisch motivierte Straftaten,
darunter auch sieben Gewalttaten, von der Polizei zu bearbeiten. Die Motivation der Straftaten war 35 mal rechts-,
einmal links-, zweimal ausländerextremistisch orientiert. Fünf Straftaten
hatten einen "sonstigen" politischen Hintergrund.
Statistiken zum Landkreis Neumarkt
(Zur Vergrößerung auf die Grafiken klicken)

Delikte Polizeiinspektionen Neumarkt und Parsberg

Deliktarten

Diebstahlsarten

Statistik Landkreis Neumarkt

Statistik Stadt Neumarkt

Zehn-Jahres-Vergleich in der Stadt Neumarkt
Von den Gewalttaten waren fünf rechtsextremistisch, eine linksextremistisch und eine "ausländerextremistisch" beeinflußt.
Leitender Polizeidirektor Rudolf Kraus ging dann auf den Bereich der Polizeidirektion Regensburg ein - flächenmäßig die größte in Bayern. 572.438 Bürger haben hier ihren Erstwohnsitz, dies auf einer Fläche von 4.328 Quadratkilometern. Eingeschlossen dabei ist auch der an der tschechischen Grenze verlaufende Übertragungsbereich der bisherigen Grenzpolizeiinspektionen Furth i. Wald. Diese nahmen mit Unterstützung der überörtlich zuständigen Dienststellen (Verkehrspolizeiinspektion, Kriminalpolizeiinspektion), bis zum Ablauf des Jahres 2007 auch die allgemeinen Polizeiaufgaben wahr.
Zwölf regionale Polizeiinspektionen und drei Polizeiwachen gewährleisteten im vergangenen Jahr den Dienstbetrieb. Dazu kommen Kriminal- und Verkehrspolizei, Einsatzzug, Zivile Einsatzgruppe, Diensthundetrupp und Wasserschutzpolizei.
Im Direktionsbereich agiert auch noch die Bundespolizeiinspektion Regensburg. Sie bearbeitet Sicherheitsstörungen auf dem Gelände der Deutschen Bahn. Deren Zahlen fließen aber nicht in die Statistik der Polizeidirektion Regensburg ein.
Insgesamt waren 25.670 Delikte (2006: 25.287) zu bearbeiten, was einen leichten Anstieg um 1,5 Prozent bedeutet.
Die Häufigkeitszahl ist die Auflistung der insgesamt bekannt gewordenen Fälle, errechnet auf 1.000 Einwohner. Sie beträgt für den gesamten Schutzbereich der Polizeidirektion Regensburg "45". Kraus erinnerte hier an das Jahr 2004, als die Häufigkeitszahl im Direktionsbereich bei 53 lag. Leicht gesunken ist die Aufklärungsquote, nämlich um 1,5 Prozent, von 62,8 auf 61,3 Prozent. Bayernweit beträgt die Aufklärungsquote 64,3 Prozent.
Ein Anstieg um 8,1 Prozent war bei Diebstahlstraftaten unter erschwerten Umständen, sowie um 26 Prozent (+ 199 Fälle) bei Sachbeschädigungen im öffentlichen Bereich, ferner im Bereich der Straßenkriminalität (+6,9 Prozent), erkennbar. Rückgänge verzeichneten die Gewaltkriminalität (- 57 Fälle = 7,1 Prozent), der Fahrraddiebstahl (-10,1 Prozent) sowie die Betrugsdelikte, wo 229 Fälle (- 6,5 Prozent) weniger abzuarbeiten waren.
Gewaltkriminalität
Darunter fallen zum Beispiel Mord, Totschlag, Raubdelikte sowie gefährliche und schwere Körperverletzung. Die Zahl der Delikte fiel erfreulicherweise von 799 (2006) auf 742 Fälle, womit eine Reduzierung um 7,1 Prozent zu Buche schlägt. Bei 82,5 Prozent liegt die Aufklärungsquote zu diesen gravierenden Straftaten, bei denen elf Mal auch Schusswaffen zur Anwendung kamen.
Straßenkriminalität
Dieser Deliktsbereich schlägt in der Gesamtbilanz mit 23,6 Prozent erheblich zu Buche. Hier ist auch ein Anstieg um 6,9 Prozent (390 Delikte) zu verzeichnen. In Zahlen bedeutet dies 646 Straftaten (Vorjahr 5.656). In fünf der Fälle kam es zum Schusswaffengebrauch. Zur Relativierung dieser auf den ersten Blick doch hoch wirkenden Zahl erklärte Kraus, dass 964 Delikte (+199 = 26 Prozent) sogenannte "Sachbeschädigungen auf öffentlichen Wegen und Plätzen" sind. Weitere 1.494 Fälle (+83 = 5,9 Prozent) entfallen auf Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. Vandalismus, Aggressionsabbau oder Frustration, alles allzu oft gepaart mit Alkoholeinfluss, führen meist zu diesen Straftatenwaren oftmals der
Diebstahlskriminalität
Sie ist im Vergleich zum Vorjahr 2006 leicht gestiegen. 258 Fälle "plus" (+ 2,7 Prozent) beträgt die Steigerungsrate. Fast 40 Prozent nimmt die Diebstahlskriminalität insgesamt am "großen Kuchen" der Straftaten ein, was 9928 Delikten gleichkommt. Interessant hierbei die Zahl aus dem Jahr 1996, wo es 12.412 angezeigte Diebstähle waren - ein Anteil von annähernd 50 Prozent an der Gesamtkriminalität. Der grundsätzlich rückläufige Trend der Vorjahre setzte sich im Jahr 2007 leider nicht fort.
Betäubungsmittelkriminalität
Dieser Bereich hat wie im Bayernschnitt (3,3 Prozent) mit 3,7 Prozent einen verhältnismäßig geringen Anteil. 994 Taten stehen 873 aus dem Jahr 2006 gegenüber, was einen Anstieg um 8,1 Prozent bedeutet. Anders sieht die Zahlenkonstellation im Stadtgebiet Regensburg aus. Hier schlug man mit der Schaffung einer Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der indirekten Beschaffungskriminalität (AGIB) einen gänzlich neuen Weg ein. Dies auch vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl von Konsumenten harter und weicher Drogen ihre Sucht durch Diebstähle oder Hehlerei finanzieren. So ist hier ein weitaus höherer Anstieg (+ 34,8 Prozent) zu verzeichnen.
Vorangegangener Drogenkonsum führte im Jahr 2007 für 18 Menschen zum Tod (2006: 13) In diesem Anstieg spiegelt sich der Bayerische Trend wider.
Sonstige Straftaten
Darunter fallen zum Beispiel Vermögens- und Fälschungsstraftaten, aber auch Sachbeschädigungen, Umweltdelikte oder der Bereich der Brandstiftungen. Einen erfreulichen Rückgang (-5,5 Prozent), verzeichneten die Vermögens- und Fälschungsdelikte (4.400 zu 4.158). Beim Betrug durch Sozialversicherungsträger zeichnete sich ein Anstieg um 40 auf 119 Fälle ab, was etwa 33 Prozent sind. Um 8,6 Prozent (232), auf 212 Delikte ist der Warenbetrug zurückgegangen. Dazu gehört auch der Betrug im Internet, insbesondere auf entsprechenden Auktionsplattformen. Berücksichtigt werden muss jedoch, dass von den 136 ermittelten Tatverdächtigen nur 91 im Schutzbereich der Polizeidirektion wohnhaft waren oder hier gehandelt haben.
Anstiege gab es bei den vorsätzlichen Brandstiftungen: 36 Fälle statt 27 im Vorjahr - annähernd zwei Drittel ( 63,9 Prozent) klärten die Ermittler. Auch beim Delikt "Sachbeschädigung" gab es einen Anstieg um 6,9 Prozent zu verzeichnen. Den Löwenanteil bilden dabei Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen mit 1.494 Fällen, was 46,1 Prozent am Gesamtbestand (3.239) bedeutet. Nur geringfügig reduzierte sich die Anzahl der Umweltdelikte, nämlich von 73 auf 70.
Politisch motivierte Kriminalität
Hier macht es die herrschende Gesamtlage erforderlich, die Situation kontinuierlich akribisch zu beobachten und auszuwerten, hieß es von der Kripo. Politische Entscheidungen und Entwicklungen, sowie das Verhalten "bestimmter Gruppierungen" gäben immer wieder Anlass zu "polizeilichen Maßnahmen verschiedenster Art".
Im Jahre 2007 waren im Direktionsbereich 9 (2006: 3) von Rechtsextremen begangene politisch motivierte Gewalttaten zu verzeichnen. Es gelang elf Tatverdächtige zu ermitteln - somit liegt die Aufklärungsquote bei 100 Prozent. Beim dem Linksextremismus zuzuordnenden Klientel waren es 13 (2006: 16) politisch motivierte Taten, meist im "Dunstkreis" rechtsextremistischer Veranstaltungen.
Opfersituation und Schadenshöhen
Nicht nur auf die Täter, sondern auch auf die Geschädigten von Straftaten müsse in einer Kriminalstatistik eingegangen werden. Es waren 4.326 Bürger nahezu jeglichen Alters, die Opfer einer Straftat geworden sind (2.745 männlich, 1.581 weiblich).
Der durch Straftaten verursachte Gesamtschaden liegt im Direktionsbereich bei annähernd 35,5 Millionen Euro. Der Löwenanteil entfällt hier auf die Vermögens- und Fälschungsdelikte, mit etwa 19 Millionen Euro. Insgesamt ist hier aber ein äußerst erfreulicher Rückgang um 57,4 Prozent festzustellen.
04.03.08
Insel der Seligen ?

Bei der Kripo-Pressekonferenz: POR Thomas Schöniger, PP Hans Junker, KD Alfons Raith und Ltd. PD Josef Heisl.

Die "Häufigkeitszahl" liegt im Landkreis Neumarkt bei 34 - Die
Stadt Regensburg leidet gleichzeitig unter 105 Straftaten pro
1000 Einwohner.
NEUMARKT. Im Raum Neumarkt kamen im letzten Jahr 34 Straftaten auf 1000 Einwohner - weit weniger als in Bayern.
Eine "Insel der Seligen" ist der Landkreis damit zwar nicht unbedingt, doch bei der Präsentation der Kriminalstatistik im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz leuchtete der Raum Neumarkt doch hell auf der Landkarte: Nur der Landkreis Regensburg und der Landkreis Amberg-Sulzbach haben eine geringere Kriminalitätsrate - aber dieser Vergleich hinkt, da die kreisfreien Städte nicht eingerechnet sind.
Die Zahl der im Jahr 2007 im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz erfassten Straftaten ist gegenüber dem Vorjahr auf gleichem Niveau geblieben. Insgesamt wurden 106.235 Straftaten (ohne Verkehrsdelikte) registriert. Dies bedeutet eine geringe Zunahme um 0,1 Prozent oder 67 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich ist für Bayern ein Rückgang von 1,0 Prozent zu verzeichnen. Die Fallzahlen haben damit nach dem Wert von 2006 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht.
Im Regierungsbezirk Oberpfalz betrug die Zunahme 1,9 Prozent oder 980 Fälle, während die Straftaten im Regierungsbezirk Niederbayern um 679 Fälle (-1,3 Prozent) zurückgingen.
Wie in den Vorjahren beinhalten die statistischen Zahlen auch die von den ehemaligen Grenzpolizeiinspektionen an der Grenze zu Tschechien bearbeiteten Fälle.
Die Kriminalitätsbelastung im Präsidialbereich ist im Jahr 2007 auf 4.584 Straftaten pro 100.000 Einwohner geringfügig gestiegen. Sie liegt aber weiterhin deutlich unter der für Bayern errechneten Häufigkeitszahl von 5.338 Straftaten pro 100.000 Einwohner.
Von den 106.235 erfassten Straftaten konnten 71.561 geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 67,4 Prozent und liegt damit über dem bayerischen Durchschnitt von 64,3 Prozent.
Diebstahl
Insgesamt 31,2 Prozent, also knapp ein Drittel der Gesamtstraftaten, sind dem Diebstahlsbereich zuzuordnen. Hier ist ein geringer Anstieg um 0,2 Prozent (61 Fälle) von 33.085 Fällen im Vorjahr auf 33.146 im Jahr 2007 zu verzeichnen. Bei den einzelnen Deliktsgruppen des Diebstahlsbereiches haben sich keine bedeutsamen Veränderungen ergeben.
Beachtlich ist aber, dass die Ladendiebstähle erneut zurückgegangen sind. So wurden im Jahr 2007 6.579 (-7,1 Prozent) Fälle registriert, im Vorjahr noch 7.081.
Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität stagniert seit dem Anstieg im Jahr 2002 auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Situation nahezu unverändert.
Die Aufklärungsquote im Bereich der Gewaltkriminalität konnte leicht gesteigert werden und liegt mit 85,7 Prozent (Vorjahr 85,1 Prozent). nach wie vor sehr hoch.
Das Segment der Gewaltkriminalität ist geprägt von den gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Diese Delikte nehmen etwa vier Fünftel der Gewaltkriminalität ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 1,4 Prozent (35 Straftaten) festzustellen. Fast 44 Prozent der Täter gefährlicher und schwerer Körperverletzungen sind unter 21 Jahre alt, wobei männliche Tatverdächtige (über 86 Prozent) dieses Deliktsfeld deutlich dominieren.
Bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten wie auch bei den Vergewaltigungs- und Raubdelikten ist ein teilweise deutlicher Rückgang festzustellen.
Straßenkriminalität
Die Straßenkriminalität (also Delikte im öffentlichen Raum) ist 2007 erstmals seit Jahren wieder angestiegen. Die Zahl der Straftaten in diesem Segment mit 20.344 liegt damit auf dem Niveau der Jahre 2001 bis 2004.
Zahlenmäßig schlägt vor allem der Bereich "Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen und Plätzen" (Anstieg um 884 Fälle von 2.872 auf 3.756), also der Vandalismus, und "Sachbeschädigung an Kfz" (Anstieg um 429 von 4.854 auf 5.283) zu Buche.
Rauschgiftkriminalität
Nach dem kontinuierlichen Anstieg bis zum Jahr 2005 sank auch im vergangenen Jahr, wie bereits 2006, weiterhin die Zahl der festgestellten Fälle. Im Vergleich zum Jahr 2006 fiel 2007 die Zahl der festgestellten Rauschgiftverstöße um 307 auf 5.966 Fälle, was einem Minus von 4,9 Prozent entspricht. Der Wert liegt damit unter dem des Jahres 2002 (5.991).
Die Veränderung der Altersstruktur der letzten Jahre zeigt ein interessantes Bild. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen stieg seit dem Jahr 2003 von 58,6 Prozent auf mittlerweile 73,3 Prozent an. Im selben Vergleichszeitraum verringerte sich dagegen der Anteil der Unter-21-Jährigen von 41,4 Prozent auf 26,7 Prozent.
Die Zahl der Drogentoten hat sich mit 57 Personen (Vorjahr 49) um 16,3 Prozent gegen über dem Vorjahr erhöht und liegt damit über dem Negativrekord des Jahres 1998. Die Statistik des Jahres 2002 wies mit 29 Todesopfern den niedrigsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich aus.
Die zahlenmäßige Zunahme bei den Drogentoten von 2006 auf 2007 entspricht tendenziell der Entwicklung in Bayern (+26,7 Prozent) und auf Bundesebene (+7,3 Prozent).
Das Durchschnittsalter der Drogenopfer in Ostbayern lag im Berichtszeitraum bei 30 Jahren bei einer Altersspanne von 19 bis 54 Jahren.
Betrugs- und Wirtschaftskriminalität
Die Statistik 2007 weist in der Wirtschaftskriminalität 2.147 Delikte aus. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung um 520 Fälle oder 32,0 Prozent gegenüber dem Jahr 2006.
Neben einer Abnahme bei den Urkundenfälschungen mit -14,7 Prozent (417 Fälle) ist auch ein Rückgang bei den Betrugsstraftaten um 2,7 Prozent (384 Fälle) zu verzeichnen.
Der stärkste Anstieg ist neben der Computerkriminalität mit 12,6 Prozent (88 Fälle) bei den Insolvenzstraftaten mit 41,8 Prozent (41 Fälle) festzustellen.
Kinder- und Jugendkriminalität
Im zurückliegenden Jahr 2007 wurden im Präsidialbereich von den insgesamt 51.986 ermittelten Tatverdächtigen 2.105 (4,0 Prozent) Kinder, 5.710 (11,0 Prozent) Jugendliche und 5.433 (10,5 Prozent) Heranwachsende festgestellt.
Die Unter-21-Jährigen nahmen damit insgesamt einen Anteil von 25,5 Prozent (Vorjahr: 24,4 Prozent) der Gesamttatverdächtigen ein, der höchste Anteil in den letzten 10 Jahren.
Bei den tatverdächtigen Kindern wurde im vergangenen Jahr entgegen dem in den zurückliegenden Jahren festgestellten Abwärtstrend erstmals eine Steigerung um 190 Fälle (9,9 Prozent) festgestellt. Auch bei den Jugendlichen stieg die Tatverdächtigenzahl um 251 (4,6 Prozent). Dagegen konnte bei den heranwachsenden Tatverdächtigen ein Rückgang um 272 (-4,8 Prozent) festgestellt werden, der niedrigste Stand seit 10 Jahren.
Politisch motivierte Straftaten
Innerhalb der politisch motivierten Straftaten nahmen die Delikte im rechtsextremistischen Spektrum ab. Im Bereich der politisch motivierten Straftaten - links - musste eine leichte Zunahme registriert werden.
Im rechtsextremistischen Deliktsbereich wurden 405 Straftaten zur Anzeige gebracht. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 19 Fälle (-4,5 Prozent) dar. 276 der 405 Straftaten sind so genannte Propagandadelikte, worunter z. B. das Verwenden des Hakenkreuzes fällt. Der restliche Anteil setzt sich aus 114 sonstigen Straftaten (z.B. Sachbeschädigung, Beleidigung, Nötigung) und 15 Gewaltdelikten zusammen.
Insgesamt konnten 254 der 405 Taten geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 62,7 Prozent.
Eine leichte Zunahme ist bei den Straftaten des linksextremistischen Spektrums auf insgesamt 50 Delikte zu verzeichnen (6 Fälle/+13,6 Prozent). Im Einzelnen setzt sich diese Summe aus 5 Propagandadelikten, 4 Gewaltdelikten und 41 sonstigen Delikten (davon 22 Sachbeschädigungen) zusammen. Die Aufklärungsquote liegt bei 42 Prozent (21 Fälle).
Spektakuläre Fälle
Im vergangenem Jahr war der Aufsehen erregendste Fall das Tötungsdelikt einer 21jährigen Studentin in Passau (
wir berichteten). Das Opfer wurde in ihrer Wohnung tot in der Badewanne mit zahlreichen Stichverletzungen im Bauch-, Brust- und Halsbereich aufgefunden. Zwei Bekannte der jungen Frau stachen mit einem Küchenmesser auf sie ein und flüchteten anschließend ins europäische Ausland. In Spanien konnten die 19- und 29-jährigen Männer schließlich festgenommen werden. Zwischenzeitlich wurden die Täter vom Landgericht Passau zu einer neuneinhalbjährigen Jugendstrafe bzw. zu lebenslanger Haft verurteilt.
27.02.08
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