Kirchen
Volksnaher Seelsorger

Bischof Dr. Alois Brems
NEUMARKT. (pde) - Seinen 100. Geburtstag hätte am Mittwoch Bischof Dr. Alois Brems begangen. Mit einem Festgottesdienst und einer Ausstellung erinnert die Diözese Eichstätt an ihren 1987 verstorbenen Oberhirten.
Alois Brems war von 1968 bis 1983 Bischof von Eichstätt. Die Ausstellung wird am Mittwoch um 20 Uhr im Dompfarrheim St. Marien in Eichstätt eröffnet. Sie läuft bis 14. Mai in den Räumen des Domschatz- und Diözesanmuseums. Zuvor zelebriert der Nachfolger von Bischof Alois Brems, Alterzbischof Dr. Karl Braun (Bamberg), gemeinsam mit dem Eichstätter Diözesanadministrator Dompropst Johann Limbacher um 19 Uhr einen Festgottesdienst im Dom.
Alois Brems wurde am 19. April 1906 als jüngstes von 15 Kindern auf dem Ziegelhof nahe Eichstätt geboren. 1930 wurde er im Eichstätter Dom zum Priester geweiht. Er war zunächst Kaplan in Breitenbrunn und Schwabach und wurde dann zum weiterführenden Studium in Rom freigestellt, das er mit der Promotion zum Doktor der Theologie abschloss. Als Jugendpfarrer von 1937 bis 1950 stand Alois Brems in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Durch sein persönliches Auftreten und konzeptionelle Arbeit prägte er die Jugendarbeit auch nach dem Krieg. 1950 betraute ihn Bischof Joseph Schröffer mit der Leitung des Amtes für Männer- und Frauenseelsorge. 1966 wurde er zum Generalvikar ernannt.
Als Bischof Dr. Joseph Schröffer an die römische Kurie wechselte, wurde Alois Brems 1968 sein Nachfolger. Sein Wahlspruch „Inmitten der Seinen wie einer, der dient“ kennzeichnete sein bischöfliches Wirken. Auch als Bischof blieb Alois Brems der volksnahe Seelsorger, der den Kontakt zu den Gläubigen suchte und pflegte. Sein besonderes Bemühen galt der Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Diözese Eichstätt. Auf dieser Linie lagen auch der Umbau und die Renovierung des Doms in den Jahren 1971 bis 1975.
In seiner Amtszeit wurde 1980 die Katholische Universität Eichstätt, die einzige ihrer Art im deutschen Sprachraum, errichtet. 1983 nahm Papst Johannes Paul II. den Amtsverzicht des 76-Jährigen an. Zugleich wurde Bischof Alois Brems zum Administrator des Bistums bestellt. Am 16. Juni 1984 übergab Bischof Alois die Leitung der Diözese an Dr. Karl Braun. Alois Brems war Inhaber des Bayerischen Verdienstordens und Ehrenbürger der Stadt Eichstätt.
19.04.06
"Neue Sicht geben"
NEUMARKT. (pde) – Zur Solidarität der reichen Völker mit den Unterentwickelten und der „Gestaltung einer Weltordnung in Gerechtigkeit und Frieden“ als Konsequenz aus Ostern hat der Eichstätter Diözesanadministrator Dompropst Johann Limbacher in seiner Osterpredigt aufgerufen. Im Eichstätter Dom rief er die Gläubigen außerdem dazu auf, sich von dem „großen Fest der Glaubensfreude“ anstecken zu lassen.
Dass Jesus auferstanden ist und lebt, sei nach seinen Worten keine Information, „die man eben zur Kenntnis nimmt“. Es sei eine „Botschaft, die unserem Leben eine neue Sicht gibt“. Menschen, die in Freude ihren Glauben zu leben versuchen gestalten ihr persönliches Leben „von Jesus Christus her“. Als Konsequenz bedeutet Ostern aber auch einen Auftrag zur Gestaltung der Welt „in Gerechtigkeit und Frieden, in Menschenwürde und in Menschenrechten“.
Das „Fest der Überwindung alles Bösen in der Welt“, wie Limbacher das Osterfest betitelte dürfe aus seiner Sicht jedoch nicht an Pfingsten, dem letzten Tag des Osterfestkreises, zu Ende sein.
Es geht vielmehr um „die Auferstehung Jesu heute, in unseren Herzen, in unseren Gedanken, in unserem Tun, in unserem ganzen Leben“.
Bereits in der Feier der Osternacht am späten Abend des Karsamstag hat Diözesanadministrator Johann Limbacher die liturgische Symbolik von Licht und Wasser zum Anlass genommen, die Bedeutung von Ostern für die Christen zu erläutern. Ganz allgemein sprach Limbacher vom „Dunkel unseres Lebens“ und bezog sich dabei auf die Erfahrung von Stagnation, Mutlosigkeit und Verzweiflung. Die Feier des Osterfestes soll die Gläubigen an die Überwindung dieses „Dunkels“ durch „Christus, das Licht“ erinnern.
Durch das symbolische Eintauchen der Osterkerze in das Wasser als „Grundelement des Lebens“ wird, so Limbacher, ebenfalls die lebensspendende Dimension der Zugehörigkeit zu Jesus Christus deutlich.
16.04.06
Ostern - was ist das eigentlich ?
von Dekan Richard Distler
Ostern ? Was ist das eigentlich ? Ist es nur Osterschmuck, Osterbräuche, Ostereiersuchen und das war's dann ? Ist dann Ostern abgehakt ? Vielleicht noch Osterurlaub und Fernreise ?
Aber was ist das christliche Ostern ? Genügt da das Osterlamm, die Speisenweihe für Ostereier, Osterschinken und Osterbrot? Das mag ja ganz nett und schmackhaft sein für ein richtiges Osterfrühstück. Aber verstehen wir überhaupt noch das eigentliche Ostern und das, was da geschehen ist ? Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Wir brauchen Ostern zum Leben und Überleben. So wie ein zünftiges Osterfrühstück unseren Leib stärkt, vielleicht nach mehreren Fasttagen, so gibt das wirkliche Ostern uns neue und ungeahnte Lebenskräfte. Aber um welche Lebenskräfte geht es da ?
Das christliche und eigentliche Ostern setzt bei der Auferstehung Christi an.
Aber allein schon dieses Wort schmeckt uns nicht. Auferstehung, was soll denn
das sein ? Von den Toten ist doch noch keiner zurückgekehrt. Nach dem Tod
gibt es doch nur noch Verwesung. Eine tiefe Skepsis bringt der heutige Mensch
dem Osterfest und dem christliche Osterereignis entgegen. Auferstehung ist
für viele höchstens denkbar als ein Fortleben der Ideen oder der Gene eines
Menschen. Vielleicht haben bei Jesus auch nur die Ideen weitergelebt, die dann
von seinen Jüngern und Sympathisanten weitererzählt wurden.
Aber genau gegen solche Theorien sprechen sämtliche Ostererzählungen der
Bibel. Genauer noch: Dagegen sprechen die mehrfachen Erscheinungen
des auferstandenen Christus. Es ist ja geradezu absurd und grotesk. Gerade
seinen Jüngern, die absolut nichts von Auferstehung wissen wollten, gerade
ihnen schieben moderne Osterkritiker in die Schuhe, sie hätten das Märchen
vom auferstandenen Jesus selber erfunden und dann werbewirksam weitererzählt.
Das wirkliche Ostern ist eher umgekehrt: Ausgerechnet die Jünger sind die größten Zweifler, Skeptiker und Unverständigen. Der Auferstandene muß ihnen ausdrücklich nahetreten, er muß sich von ihnen berühren lassen, er muß mit ihnen lange reden und debattieren, er muß ihnen die Schrift erklären, er muß mit ihnen essen und trinken, er muß ihnen seine Wunden zeigen, um irgendwie den Jüngern klar zu machen, dass er nicht tot ist , sondern lebt. Mehr noch: Er muß den Jüngern sogar noch öfter erscheinen und sich durch die Erscheinung vor den Frauen sichtbar machen, damit auch diese noch die Jünger endgültig von der Auferstehung überzeugen. Der massive Widerstand gegen die Auferstehung muß also vom lebendigen Christus selbst gebrochen werden.
Aber ob das uns, die heutigen Menschen überzeugt ? Ob es uns Hartgesottene
überzeugt, dass Auferstehung kein schönes Ostermärchen ist, sondern ein geschichtliches Faktum ? "Die Auferstehung Christi macht die christliche Religion
einzigartig unter allen Religionen", so schreibt Dr. Gerhard Pfohl in seinem neuesten Buch über die Geschichtlichkeit der Auferstehung Christi. "Ohne Auferstehung ist die Lehre Christi nicht einmal Philosophie. Falls Christus durch Gott
nicht von den Toten auferstanden ist, werden wohl auch alle anderen Toten,
(also auch wir) nicht auferstehen".
Wenn es also schon um unsere Auferstehung, also um unser Leben und Überleben geht, dann müßte uns doch eigentlich das wirkliche Ostern, das christliche
Ostern brennend interessieren. Wer von uns möchte nicht leben und überleben?
Leben ist wohl das höchste Gut, das wir haben. Und wenn uns dann auch noch
der Glaube sagt: Mensch, du darfst nicht bloß leben, dir blüht auch noch das
ewige und unsterbliche Leben, dann müßte eine solche Botschaft doch unser
Herz mit großer Freude und Hoffnung erfüllen. Dann müßten ab Ostern wieder
die Kirchen brechend voll sein. Dann wäre Ostern so etwas wie der Durchbruch durch die gefürchtete Schallmauer des Todes, dann wäre ja Ostern ein Fest voller Licht und Leben.
Mit Auferstehung ist in der Bibel nicht bloß eine geistige Auferstehung gemeint, sondern auch eine leibliche. Das bedeutet: Alles, was der Mensch mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand, mit Liebe und Hingabe, unter Opfern und Einsatz tut, auch all sein Leiden und sich Verschenken: All das ist nicht sinnlos und umsonst. Nichts ist für die Vergänglichkeit und Verweslichkeit bestimmt: Alles wird reserviert für die Auferstehung, alles wird aufgehoben für den Himmel und für die Ewigkeit.
So liegt über dem wahren und christlichen Ostern das strahlende Licht
einer ganz großen Hoffnung und die Kraft des auferstandenen Christus. Es
ist eine Hoffnung und Kraft, die die ganze Welt, auch unser alltägliches Leben
durchwirkt und durchtränkt wie der Sauerteig das Mehl. Es ist eine Hoffnung
und eine Kraft, die uns zuversichtlich leben, gelassen sterben und bei Gott
endgültig und ewig leben läßt.
(Einen Beitrag des evangelischen Pfarrers Martin Hermann zum Osterfest finden Sie
hier)
15.04.06
Hoffnung für das Leben
von Pfarrer Martin Hermann
An Ostern feiern die Christen das Leben. „Der Herr ist auferstanden" ist der Gruß des Ostermorgens im Gottesdienst! In der evangelischen Kirche beginnend mit der Feier der Osternacht um 6.00 Uhr. Christen aller Konfessionen feiern das bisher gewaltigste Geschehen der Weltgeschichte: Nach dem Dunkel des Karfreitags folgt das helle Licht des Ostermorgens. Auf den Tod folgt das Leben. Die Botschaft ist klar und deutlich für alle, die sie sie hören wollen: Gott will das Leben! Der Tod hat nicht das letzte Wort! Auch nicht in unserm Leben!
Gott hat den gekreuzigten Jesus nicht dem Tod überlassen, sondern hat ihn auferweckt. Und so wird er einst alle, die an ihn glauben, auferwecken und ihnen ein neues, ewiges Leben schenken.
Das sind schöne Worte, denken Sie jetzt möglicherweise, aber was hat das mit dem wirklichen Leben zu tun? Man muss doch sehen, dass man über die Runden kommt, dass man sein Leben einigermaßen anständig lebt! Ist das nicht schon viel heute, angesichts des oft deprimierenden Zustandes in unserer Zeit?
Zunehmende Gewalt - an den Schulen, im häuslichen Bereich, Mobbing im Kampf um die immer weniger werdenden Arbeitsplätze, Angst vor der (von manchen Medien und der Pharma-Industrie unnötig hochgeputschten) Vogelgrippe, Not und Elend in den Ländern der Dritten Welt, wachsende Armut auch bei uns (trotz - ja manchmal auch wegen Hartz IV und ähnlichen hilflosen Bemühungen der Regierenden, die Situation in den Griff zu bekommen) - das ist doch die Wirklichkeit in der wir leben. Und wir nehmen es hin, spielen dieses Spiel mit, verspielen unser Leben, geben uns zufrieden mit den vordergründigen Angeboten, die uns täglich das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Am Ende bleibt dann nur ein schaler Geschmack zurück.
Ostern erzählt hingegen die Geschichte des Aufstandes gegen den Tod! Gott will Leben, jetzt und über den Tod hinaus! Die Auferstehung von Jesu Christus ist der Anfang. Gott will alle in diese Bewegung mit hinein nehmen. Das leere Grab des Ostermorgens weist den Weg ins Leben. Es ist die Hoffnung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Diese Hoffnung lädt ein, heute das Leben zu gestalten, aufstehen gegen den Tod mit seinen vielen Spielarten und Ostern suchen! Auferstehung, neues Leben: Ich erahne es, was das bedeutet, wenn ich nach einer sehr schweren Krankheit wieder gesund werde. Ich erahne es, wenn in Krisengebieten wieder Frieden und Vernunft einkehrt. Ich erahne es, wenn nach einem Konflikt Vergebung möglich ist. Und ich erahne es, wenn ich neue Hoffnung bekomme für mein Leben und für andere. Sicher: Die Hoffnung von Ostern verändert meine Situation nicht mit einem Schlag, aber sie kann mir ein Stück Gelassenheit geben, meine Probleme und auch die unserer Gesellschaft aus anderer Perspektive zu sehen: Von Gott her und von seinen Möglichkeiten.
Überall dort, wo neues Leben sprießt, erahne ich, was Auferstehung bedeutet. Und nicht von ungefähr feiern wir Ostern am Beginn des Frühlings, wo es überall in der Natur zu sprießen und zu blühen anfängt. Es soll Frühling werden in uns und in unserer Welt.
„Christus ist auferstanden“ für Sie und für mich! In diesem Sinne: Frohe Ostern!
(Einen Beitrag des katholischen Dekans Richard Distler zum Osterfest finden Sie
hier)
15.04.06
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