Gesundheit
Neuer Unfall-Chefarzt

Dr. Thomas Schmickal
NEUMARKT. Dr. Thomas Schmickal wird ab 1.Februar 2007 als neuer Chefarzt für Unfallchirurgie am Klinikum Neumarkt tätig werden. Der Verwaltungsrat hat dies in einem einstimmigen Beschluss festgelegt.
Der 46jährige gebürtige Kölner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er absolvierte sein Medizinstudium an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und Albertus-Magnus-Universität Köln. Anschließend war er in verschiedenen Kliniken zur Facharztanerkennung in der Chirurgie tätig. Seit 1993 ist die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen Ort seiner beruflichen Tätigkeit, ein überregional bedeutendes traumatologisches Schwerpunktzentrum in Südwestdeutschland. Hier erwarb er die Teilgebietsbezeichnung Unfallchirurgie und Zusatzbezeichnung Sportmedizin. 1997 wurde er zum Oberarzt berufen und ist ärztlicher Berater der Berufsgenossenschaft Chemie.
Seine Tätigkeit im Klinikum Neumarkt wird Dr. Thomas Schmickal zum 1. Februar aufnehmen. Die Position hatte bis Ende Juni diesen Jahres Prof. Dr. Egmont Scola inne, der an das Klinikum Neubrandenburg wechselte. Seitdem wird die Unfallchirurgie kommissarisch vom langjährigen Oberarzt Dr. Ludwig Kleine geleitet.
Dr. Thomas Schmickal und Vorstand Peter Weymayr sehen es als Ziel an, eine angemessene unfallchirurgische Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen, die einem Klinikum der Schwerpunktversorgung angemessen ist, hieß es bei einem Pressetermin am Dienstag. Die enge Zusammenarbeit und Kommunikation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten ist dabei von enormer Bedeutung.
Die Kooperation mit der orthopädischen Chirurgie unter Chefarzt Dr. Wolfgang Hönle wird ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen. Denn in Zukunft wird der Ärztenachwuchs nur noch einen gemeinsamen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie erwerben können. Dr. Thomas Schmickal besitzt nach der neuen Weiterbildungsordnung die Voraussetzungen für diese Weiterbildung.
19.12.06
"Staat als Preistreiber"
NEUMARKT. Die höhere Mehrwertsteuer belastet das Gesundheitswesen und damit die Menschen doppelt, heißt es von den Neumarkter Apothekern.
Zum letzten Mal können die Deutschen ihre Weihnachtseinkäufe noch relativ unbeschwert genießen: "Denn 2007 wird richtig teuer", heißt es in einer Pressemitteilung. Die große Koalition erhöht die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Dadurch müßten die Menschen in Deutschland eine große zusätzliche Belastung stemmen. Diese Mehrbelastung werde sich auch negativ auf das ohnehin schon finanzschwache Gesundheitswesen auswirken. Die Apotheker in Bayern erwarten, dass allein die Arzneimittelausgaben im dreistelligen Millionenbereich ansteigen werden.
Etwa 800 Millionen Euro pro Jahr werden die gesetzlichen Krankenkassen mehr für Arzneimittel zahlen müssen. "Das trifft den Bürger doppelt. Denn der Lebensunterhalt wird generell teurer. Und die gestiegenen Arzneimittelkosten müssen zusätzlich über höhere Zuzahlungen und Versicherungsbeiträge aufgefangen werden" sagt Michael Popp, Sprecher der Apotheker im Landkreis Neumarkt. "Hier versucht der Staat, sich auf Kosten des Gesundheitswesens zu sanieren. Als Preistreiber verdient er fleißig mit und beschwert sich dann über angeblich zu hohe Arzneimittelausgaben." Mit der höheren Mehrwertsteuer sei der Fiskus die Nummer zwei bei den Verdienern an Arzneimitteln, gleich nach den Herstellern.
In Deutschland gibt es auch einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Der gilt zum Beispiel für Hundefutter und Schnittblumen, nicht aber für Medikamente. Die meisten anderen Länder der EU in vergleichbarer Größe wie Deutschland hätten bereits einen niedrigeren Steuersatz auf Arzneimittel. "Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich machen es uns vor. Das wäre ein sinnvoller Ansatz, gute Qualität im Gesundheitswesen zu sichern und gleichzeitig Kosten einzusparen", so Popp. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent könnte den Krankenkassen rund 1,8 Milliarden Euro bei den Arzneimittelkosten einsparen.
14.12.06
Zwei Meningokokken-Fälle
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt sind zwei Fälle von Hirnhautentzündung aufgetreten - in Weißenburg gab es schon einen Todesfall.
In der Region - vor allem im Raum Mittelfranken, aber auch im Landkreis Neumarkt - wurde nach Angaben des Neumarkter Gesundheitsamtes eine auffällige Häufung von Meningokokkenerkrankungen beobachtet. Insgesamt elf Fälle wurden in den letzten Monaten bekannt, davon zwei im Landkreis Neumarkt - jeweils bei Kindern.
Im Labor wurde festgestellt, dass es sich bei neun Erkrankungen um den gleichen Erregertyp handelte, daß sich die Erkrankten also untereinander oder von der gleichen Quelle angesteckt haben. Zu ihnen zählt auch ein fünfjähriges Mädchen aus dem Gemeindegebiet Berching. Das Kind hat die nicht ungefährliche Krankheit aber längst überstanden und ist wieder gesund, sagte Gesundheitsamts-Chef Dr. Heinz Sperber auf Nachfrage von
neumarktonline.
Nicht so viel Glück hatte ein 16jähriger Jugendlicher aus dem Landkreis Weißenburg: Er starb an der Hirnhautentzündung.
Da normalerweise pro 100.000 Einwohner durchschnittlich pro Jahr nur eine Meningokokkenmeningitis auftritt, "handelt es sich bei dem Geschehen in den vergangenen Monaten um eine regionale Häufung dieses Erregers", erklärte Sperber.
Meningokokken sind Bakterien, die bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Nasenrachenraum zu finden sind, ohne dass sie Krankheiten auslösen. Unter besonderen Umständen, zum Beispiel bei besonderen Belastungssituationen oder bei Schwächung des Immunsystems kann es zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Gefürchtet ist die Meningokokkenmeningitis deswegen, weil sie durch Husten und Niesen leicht weiter übertragen werden kann.
Jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit nehmen Erkältungskrankheiten zu, auch Meningokokken-Erkrankungen können in der kalten Jahreszeit vermehrt auftreten. Betroffen sind häufig Kinder und Jugendliche, hieß es vom Gesundheitsamt.
Gegen eine Hirnhautentzündung durch Meningokokken vom Typ C gibt es eine "gut wirksame Impfung". Für Kinder im zweiten Lebensjahr werden die Kosten dafür von den Krankenkassen übernommen. Sinnvoll sei eine Meningokokken-Impfung jedoch auch für ältere Kinder und Jugendliche, hieß es. Ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr müssen die Impfkosten aber in der Regel von den Betroffenen selbst getragen werden.
Interessierte sollen sich an ihre Haus- und Kinderärzte wenden. Für weitere Informationen steht auch das Gesundheitsamt Neumarkt unter Telefon 09181 / 470-512 zur Verfügung.
11.12.06
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