Statistiken aus Bayern

Mehr schwere Diebstähle


Aufgebrochene Tresore


Die Bürgermeister werden von Polizei-Chef Helmut Lukas jähr-
lich über Straftaten-Schwerpunkte informiert.
Fotos:Archiv
NEUMARKT. Die Zahl der schweren Diebstähle - darunter fallen Einbrüche in Häuser und Autos - ist im Raum Neumarkt heuer deutlich angestiegen. Tages-Wohnungseinbrüche gab es dagegen sogar etwas weniger, hieß es zum "Tag des Einbruchschutzes".

Die Zahl der schweren Diebstähle wuchs in den ersten neun Monaten (verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres) von 240 auf 286 Fälle an, bestätigte der Chef der Neumarkter Polizei, Polizeioberrat Helmut Lukas, gegenüber neumarktonline. Wohnungseinbrüche gab es im gleichen Zeitraum 25 (statt 23 im gleichen Zeitraum des Vorjahres); Tageswohnngseinbrüche sogar etwas weniger : zwölf statt zehn.

Die bundesweite Präventionskampagne zu Einbruchdiebstählen in Wohnungen sei aber auch für die Oberpfalz ein Thema, erklärte gleichzeitig der Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Polizeihauptkommissar Michael Rebele.

Im Jahr 2010 galt es 330 und im Folgejahr bereits 401 Wohnungseinbrüche zu bearbeiten. Auffallend sei dabei, dass oberpfalzweit 40 Prozent dieser Taten während der Tages- und Dämmerungszeit verübt werden.

Die gemeinsame Initiative von Polizei und Wirtschaft soll dazu dienen, die Bevölkerung zum Thema "Einbruchschutz" zu informieren und generell zu sensibilisieren. Dies soll in vielfältiger Weise geschehen, so durch Plakat- und Anzeigenmotive. Unter den Kooperationspartnern finden sich auch Institutionen des Handwerks oder der Versicherungsindustrie.
Herausgehoben aus der Kampagne ist der nächste Sonntag als "Tag des Einbruchsschutzes", der eine zentrale Rolle spielen soll. Künftig wird er unter dem Motto "Eine Stunde mehr für Ihre Sicherheit!" alljährlich am letzten Sonntag im Oktober stattfinden, exakt jenem Tag, an dem die Uhren von der Sommer- auf die Normalzeit umgestellt werden.

Es stellt sich die Frage, was Haus- und Grundbesitzer tun können, sei es durch das eigene Verhalten oder durch bauliche Maßnahmen? Die Empfehlung des Polizeipräsidiums Oberpfalz lautet, sich bei den zuständigen Beratungsstellen der Kriminalpolizeiinspektionen in der Oberpfalz kostenlos über die technischen Sicherungsmöglichkeiten und sonstige Verhaltensweisen zu unterrichten. Dort kann der Besucher aus einer reichhaltigen Palette an Informationsmaterial auswählen. Die Berater informieren kompetent und kostenlos, gegebenenfalls auch bei häuslichen Besuchen, hieß es. Für Neumarkt ist die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Regensburg (Telefon 0941/506-2775 oder -2776) zuständig.
25.10.12

Mehr Suizide als Unfall-Tote


Der Tod in Zahlen - das Gesundheitsamt legte eine Todes-
ursachenstatistik für den Landkreis Neumarkt vor
(Zur Vergrößerung auf die Grafik klicken)
NEUMARKT. Die Lebenserwartung für Männer liegt nach Angaben des Gesundheitsamtes im Landkreis Neumarkt bei etwa 78 Jahre und für Frauen bei rund 83 Jahren.

Ein heute geborener Neumarkter hat allerdings gute Chancen, 100 Jahre alt zu werden.

Im Jahr 2011 starben im Landkreis 1208 Menschen. Dem standen 1036 Geburten gegenüber. Es sterben also mehr Menschen als geboren werden, sagte der Chef des Neumarkter Gesundheitsamtes, Dr. Heinz Sperber.

In den letzten 100 Jahren hat sich die Lebenserwartung nahezu verdoppelt. Der Grund für die hohe Sterblichkeit in den früheren Jahren waren meistens Infektionen oder eine sehr hohe Säuglingssterblichkeit.

Heute sterben die meisten Menschen im Landkreis Neumarkt in einem hohen Alter. Die Todesursachen sind andere als früher. Die Hälfte der Sterbefälle wird durch Herz-Kreislaufkrankheiten wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, Hypertonie, Herzschwäche, Lungenembolie, Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen verursacht. Herzinfarkte und Schlaganfälle sind die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe.

An Herz-Kreislauferkrankungen starben insgesamt 504 Menschen, 207 Männer und 297 Frauen. Bei den 186 Herzinfarkten waren es deutlich mehr Männer, während bei den 85 Schlaganfällen die Frauen in Überzahl waren.

Ein Viertel der Sterbefälle geht auf das Konto Krebs. An Krebs starben 2011 im Landkreis insgesamt 293 Menschen: 160 Männer und 133 Frauen. Bei den Männern waren es hauptsächlich Lungen- und Darmkrebse, bei den Frauen Brust- und Darmkrebse.

Mit dem Durchschnittsalter der Bevölkerung nimmt zwar Krebs als Todesursache zu – aber nur in absoluten Fallzahlen. In jeder Altersgruppe sinkt das Sterberisiko an einer Krebserkrankung. Krebs wird also nicht häufiger in dem Sinne, dass die Umwelt oder Ernährung immer ungesünder wird, im Gegenteil. Die Hauptursache für die Zunahme der Krebserkrankungen ist die erhöhte Lebenserwartung.

Es sterben übrigens mehr Menschen durch Selbstmord als durch Verkehrsunfälle 17 Menschen nahmen sich 2011 im Landkreis Neumarkt das Leben, neun Männer und acht Frauen. Die relativ hohe Zahl wird dann deutlich, wenn man sie im Vergleich zu insgesamt zehn Toten durch Verkehrsunfälle sieht, sagte Dr. Sperber.

Insgesamt gesehen zeige die Todesursachenstatistik für den Landkreis im Vergleich mit Bayern und Deutschland allerdings keine Besonderheiten.
06.09.12

Höhere Auftragszahlen


Der Auftragsbestand in der Oberpfalz stieg nur leicht
Foto: Petra Berger
NEUMARKT. Der Auftragsbestand im bayerischen Bauhauptgewerbe lag im Juni um 11,7 Prozent höher als im Vorjahr - allerdings nicht in der Oberpfalz.

Hier befand man sich bei den Auftragsbestände nur knapp über dem Vorjahresniveau, nämlich um 0,8 Prozent, teilte das Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung am Donnerstag mit. In Niederbayern (+0,5 Prozent) war die Zunahme noch geringer.

Einen Auftragsbestand in Höhe von insgesamt 5,86 Milliarden Euro meldeten die in Bayern ansässigen bauhauptgewerblichen Betriebe mit 20 oder mehr tätigen Personen Ende Juni 2012. Nach Angaben des Landesamts lag der Auftragsbestand damit nominal um 11,7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Vom insgesamt Ende Juni 2012 registrierten Auftragsbestand entfielen 1,21 Milliarden Euro auf den Wohnungsbau (+17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert), 1,37 Milliarden Euro auf den gewerblichen und industriellen Hochbau (+4,0 Prozent) und 416,3 Millionen Euro auf den Hochbau für Organisationen ohne Erwerbszweck, für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen (-15,7 Prozent).

Im gewerblichen und industriellen Tiefbau betrug der Auftragsbestand 764,8 Millionen Euro (+4,1 Prozent), im Straßenbau 981,9 Millionen Euro (+21,9 Prozent) und im Tiefbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen 1,11 Milliarden Euro (+29,3 Prozent). – Eine kräftige Steigerung des Auftragsbestands um 26,2 Prozent gegenüber Juni 2011 konnten die bauhauptgewerblichen Betriebe in Oberbayern realisieren.
30.08.12

Viel weniger Straftaten


Die Kriminalität ging zurück - bei Fahrraddiebstählen stieg sie
allerdings leicht von zehn auf elf Fälle an
Foto: ADFC/J. Lehmkühler
NEUMARKT. Am erfreulichen Rückgang der Kriminalität im Landkreis Neumarkt hat auch der Süden - im Bereich der Parsberger Polizei - ihren Anteil.

Auch hier gab es im letzten Jahr deutlich weniger Straftaten, sagte Inspektions-Leiter Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter am Freitag.Der Rückgang um zwölf Prozent sorgte für den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Im Gesamtlandkreis konnte man sich über einen Rückgang der Straftaten um 12 Prozent freuen (wir berichteten) Im letzten Jahr wurden 821 (Vorjahr: 933) Kriminalfälle ausgewiesen, das sind 112 weniger.

Für den Bereich der Inspektion Parsberg, also den Gemeinden Breitenbrunn, Dietfurt, Hohenfels, Lupburg, Parsberg, Seubersdorf und Velburg, ergibt sich danach eine verbesserte Kriminalitätsbelastungsziffer von 25,4 (28) Delikten auf je 1000 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt insgesamt bei 31 (35,6), im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz bei 44,1 (44,7) und bayernweit bei 49,6 ( 49,5).

Von den erfassten 821 Straftaten konnten 533 (640) Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei 64,9 Prozent (68,6 Prozent) und damit in der Bandbreite des gesamtbayerischen Wertes von 64,0 Prozent (64,6 Prozent).

Zu den geklärten 533 Delikten wurden 477 (523) Tatverdächtige ermittelt, wovon 284 Personen bereits polizeilich in Erscheinung getreten waren. Von den Tatverdächtigen sind 374 männlich, 103 weiblich, 180 Nichtdeutsche, 371 Erwachsene, 54 Heranwachsende, 41 Jugendliche und elf Kinder. Der Gesamtanteil der 106 Tatverdächtigen unter 21 Jahren zeigt sich weiter abnehmend und beträgt 22,2 Prozent (23,3) Prozent. Insgesamt 72 (99) Tatverdächtige, also 15 (15,5) Prozent, standen zur Tatzeit unter Alkholeinfluss. Im Bereich der Rohheitsdelikte waren dies 39,4 (41,1) Prozent, bei den reinen Körperverletzungsdelikten 48 (46,1) Prozent und bei den Delikten der Straßenkriminalität 40 (20,8) Prozent.

Der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte hat mit 243 Fällen und einem Anteil von 28,5 (26) Prozent an der Gesamtkriminalität trotz leichten Rückganges um 9 Fälle den Diebstahlsdelikten insgesamt erstmals "den Rang abgelaufen."

Die Straftatenobergruppe wird dabei mit einem Anteil von 85 Prozent von den Betrugsdelikten dominiert, deren Anzahl unverändert bei 199 Fällen (199) blieb. Die Delikte mit Bezug zur Internetkriminalität nehmen allerdings weiter stark zu. Einen nahezu unverändert hohen Wert zeigen auch die "Tankbetrügereien" mit 85 (87) Fällen, die in deutlichem Maße den Einfluss der Autobahn-Nähe mit den Rastanlagen erkennen lassen.

Der Bereich der Diebstahlskriminalität an zweiter Stelle der Deliktsreihung umfasst mit 24,50 Prozent (28,00 Prozent) den langjährig hohen Anteil an der Gesamtkriminalität, verzeichnete aber einen Rückgang von 23,0 Prozent (- 60 Fälle). Allerdings muss hier objektiverweise berücksichtigt werden, dass eine Reihe von Delikten an Haus- und Wohnungseinbrüchen zum Jahresschluss 2011 noch nicht in diese Jahresstatistik eingeflossen sind. Die Gesamtsituation wird sich in diesem Bereich wohl noch etwas relativieren, hieß es.

Erkennbar rückläufig zeigen sich auch Aufgriffe durch Ladendetektiven: 45 (61) also –26,2 Prozent, was allerdings nichts über die tatsächliche Situation und das wohl immense Dunkelfeld aussagt. Die Delikte des Fahrraddiebstahls bleiben mit 11 (10) Fällen recht überschaubar.

Der Sektor der Gewaltkriminalität zeigt mit – 7,5 Prozent eine erfreulich rückläufige Tendenz. Sogenannte Rohheitsdelikte fielen gar um 22 Prozent auf 135 (173) . Auf ausschließlich "einfache" Körperverletzungsdelikte reduziert, ist ein Rückgang um 38,2 Prozent, das heißt auf 68 (110) Fälle festzustellen. Hier haben sich sicher die Bemühungen bemerkbar gemacht, durch eingehende Vorgespräche zwischen Veranstaltern, Sicherheitsbehörden und Polizei und anschließender konsequenter Umsetzung von Auflagen und Satzungsvorgaben schwerwiegende Sicherheitsstörungen zu vermeiden, sagte der Polizeisprecher. Größere Schlägereien auf Festen und Groß-Events blieben weitgehend aus.

Auch der Bereich der "Häuslichen Gewalt" entwickelte sich positiv im Sinne von weniger Auseinandersetzungen: 26 Fälle (43). Die Anzahl von Delikten gegen Polizeibeamte, wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, zeigt sich leicht abnehmend bei 3 Straftaten (4). Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag) blieben erfreulicherweise gänzlich aus.

Nach messbaren Fakten ist allgemein von geringerem Aggressionspotential im vergangenen Jahr auszugehen, wobei natürlich "nicht alles angezeigt" wurde und wird.

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität setzt sich der rückläufige Trend fort: 20 (33) Straftaten. Gleichbleibend auf niedrigem Niveau sind die Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 7 (7).

Nach erheblichen Rückgängen im Vorjahr liegen einzig die Taten im Deliktsfeld der Straßenkriminalität um 11 Fälle (+ 9,3 Prozent) höher als 2010 bei nunmehr 129 (118). Schwerpunkt ist dabei das Delikt der Sachbeschädigung an Autos mit + 15 Fällen auf 35 (20). Auch die sonstigen Sachbeschädigungsdelikte verzeichnen einen Zuwachs von 4,7 Prozent.

An politisch motivierter Kriminalität wurden im rechten Bereich 3 (3) strafrechtlich relevante Delikte registriert, wobei es sich dabei um das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" handelte. Es wurden im Stadtgebiet Dietfurt vereinzelt Aufkleber angebracht, Hakenkreuze an Wände oder Verkehrszeichen "geschmiert" und auch ein "Hitlergruß" dargestellt. Die polizeilich bekannte "Kameradschaft Altmühltal" stehe dabei unter "besonderer Beobachtung der Ermittlungsbehörden".


Besonders interessant sind die "Deliktsbelastungen" der einzelnen Gemeinden. Einen Überblick gibt die Grafik für den Gesamt-Landkreis oben (zur Vergrößerung auf die Grafik klicken) Für die Gemeinde Hohenfels schlagen die Delikte mit Bezug zum Truppenübungsplatz Hohenfels zu Buche und führen zu einer höheren Häufigkeitsziffer, hieß es. Die im Schnitt hohen Werte der Gemeinden Parsberg und Velburg haben zu weiten Teilen ihre Ursache im räumlichen Bezug zur Autobahn A 3 mitsamt ihren Rastanlagen, Parkplätzen und Gewerbegebiete an den Autobahnausfahrten.

"Abschließend ist festzustellen, dass im hiesigen Dienstbereich eindeutige, allgemeine Kriminalitätsbrennpunkte derzeit weder deliktsbezogen noch regional eingrenzbar gegeben sind", sagte Inspektions-Leiter Peter Gotteswinter.

Er nannte einige Straftaten, die im letzten Jahr im südlichen Landkreis für besonders Aufsehen sorgten. Die "sehr positive Entwicklung" der Kriminalitätssituation im Bereich der Inspektion Parsberg unterstreiche, "dass sich unsere Gemeindebürger sicher und wohl fühlen können", sagte Gotteswinter. Fakt sei aber auch, dass im ländlichen Bereich die allgemeine Sozialkontrolle noch wesentlich besser ausgeprägt sei als in städtischer Struktur und die Bürger an der Verbesserung der Sicherheitslage zudem aktiv mitgewirkt haben.

Weitere Statistiken zur Kriminalität im Landkreis:

(zur Vergrößerung auf die Grafiken klicken)










23.03.12


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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