Die Schlote rauchen:
Pfleiderer meldet glänzende
Zahlen
Foto:Pfleiderer
NEUMARKT. Die Zeiten der Sorgenfalten bei Pfleiderer scheinen vorbei: der frühere Insolvenz-Fall legte am Dienstag gute Halbjahreszahlen vor. Der Umsatz stieg um 6,3 Prozent, der EBITDA-Gewinn hat sich fast verdoppelt. Vielen gilt Pfleiderer wieder als Börsen-Kandidat.
Man blicke auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2014 zurück, hieß es am Dienstag (neumarktonline berichtete bereits kurz am Morgen ). Der Konzernumsatz erhöhte sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 6,3 Prozent auf 486,4 Millionen Euro. Beide Geschäftsbereiche Core West (Westeuropa) und Core East (Osteuropa) konnten ihre Erlöse steigern. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs deutlich überproportional auf 59,2 Millionen Euro und verdoppelte sich so nahezu im Vergleich zum Vorjahr (+94,1 Prozent).
Verantwortlich für diese Steigerung waren neben höheren Preisen vor allem signifikante Einsparungen infolge der laufenden Effizienzprogramme, die zu einer deutlich verbesserten Kostenstruktur geführt haben. Auch für das Gesamtjahr 2014 erwartet die Geschäftsführung der Pfleiderer GmbH einen im Vergleich zum Vorjahr wachsenden Umsatz sowie eine anhaltend überproportionale Steigerung des Ergebnisses.
„Pfleiderer hat in den ersten sechs Monaten weiter an Schlagkraft gewonnen und befindet sich auf einem klaren Wachstumskurs. Kunden vertrauen der Marke Pfleiderer und schätzen unser Angebot“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Michael Wolff.
Gleichzeitig habe man erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung der Kosten und der Steigerung der Effizienz erzielt. Auf dieser Basis konnte Pfleiderer von einem in Westeuropa stabilen und in Osteuropa freundlichen Marktumfeld für Holzwerkstoffprodukte profitieren und sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich steigern, sagte er. „Im Juli sind wir zudem mit der Platzierung einer Anleihe im Volumen von 321,7 Millionen Euro erfolgreich an den Kapitalmarkt zurückgekehrt und haben die Finanzierung unseres Unternehmens auf ein langfristiges Fundament gestellt“. Auf dieser Basis sei man auch angesichts zuletzt wieder gestiegener konjunktureller Risiken zuversichtlich für die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf.
Konzernkennzahlen erstes Halbjahr 2014
Der Konzernumsatz im Zeitraum Januar bis Juni stieg gegenüber dem Vorjahreswert um 6,3 Prozent auf 486,4 Millionen Euro (457,7 Millionen Euro) und übertraf damit die internen Prognosen.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 59,2 Millionen Euro (H1 2013: 30,5 Millionen Euro). Das entspricht einer Marge von 12,2 Prozent des Umsatzes (H1 2013: 6,7 Prozent). Dabei wurde die Kostenstruktur deutlich verbessert: Personal-, Instandhaltungs- und Vertriebskosten stiegen nur unterproportional zum Umsatzwachstum, Verwaltungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen waren rückläufig.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich von 9,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013 auf 37,5 Millionen Euro.
Das Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Aktivitäten) beläuft sich auf 14,8 Millionen Euro (H1 2013: -1,4 Millionen Euro).
Der Pfleiderer-Konzern weist für die ersten sechs Monate ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern der fortgeführten und nicht-fortgeführten Aktivitäten) von 14,7 Millionen Euro aus (H1 2013: -21,8 Millionen Euro). Die nicht-fortgeführten Aktivitäten beziehen sich auf im Rahmen der Neuausrichtung beendete Geschäftsaktivitäten in Russland, die Anfang 2013 veräußert wurden, sowie auf das ebenfalls veräußerte europäische Laminatfußbodengeschäft.
Der Konzern wies per 30. Juni 2014 ein Eigenkapital von 259,8 Millionen Euro aus (31. Dezember 2013: 248,1 Millionen Euro). Das entspreche einer soliden Eigenkapitalquote von 28,4 Prozent (Ende 2013: 27,9 Prozent). Der operative Cashflow erreichte im ersten Halbjahr 37,3 Millionen Euro nach dem negativen Wert von -1,2 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Konzern investierte im ersten Halbjahr insgesamt 27,0 Millionen Euro, das waren 79 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (15,1 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag dabei auf dem neuen Spanplattenwerk am Standort Neumarkt.
Nach der erfreulichen Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten ist die Geschäftsführung auch für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich, hieß es. Sie geht dabei von einem insgesamt stabilen Marktumfeld aus, auch wenn wachsende konjunkturelle Risiken wie etwa die wieder nachlassende Dynamik der deutschen Wirtschaft und die Krise in der Ukraine sorgfältig beobachtet werden müßten. Die Maßnahmen zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung werden im zweiten Halbjahr fortgesetzt.
16.09.14
Glänzendes Halbjahr
NEUMARKT. Die Neumarkter Firma Pfleiderer hat den Konzernumsatz im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und den EBITDA-Gewinn auf 59,2 Millionen Euro nahezu verdoppelt.
Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In der Pressemitteilung ist von einer deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung im ersten Halbjahr 2014 die Rede.
Der Konzernumsatz stieg demnach um 6,3 Prozent auf 486,4 Millionen Euro. Der EBITDA-Gewinn, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, habe sich auf knapp 60 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Das Halbjahr schließt mit einem Nachsteuergewinn von 14,7 Millionen Euro ab und Pfleiderer gehe "nachhaltig gestärkt in die zweite Jahreshälfte", hieß es.
Vorfreude auf die Ausbildung: Pfleiderer lud seine 51 neue Nachwuchskräfte ins "Azubi-Camp" ein
NEUMARKT. Zum Start ins Berufsleben hieß es für die 51 neuen Azubis bei Pfleiderer erst einmal "Koffer packen" für das "Azubi-Camp".
Obwohl die 16 jungen Frauen und 35 Männer an fünf verschiedenen Standorten angestellt sind, verbrachten sie die ersten Tage ihrer Ausbildung gemeinsam. Im „Azubi-Camp“ bei Fulda hatten sie zwei Tage lang Zeit, erste standortübergreifende Kontakte zu knüpfen, ihre künftigen Ausbilder kennenzulernen und - noch vor dem offiziellen Start in die Ausbildung - in die vielfältige Welt von Pfleiderer hineinzuschnuppern.
„Auf unser Azubi-Camp sind wir sehr stolz“, erzählt Gerd Hammerschmidt, Personalleiter der Pfleiderer GmbH. Nur wenige Unternehmen würden sich Zusatz-Angebote wie diese für ihre jungen Nachwuchskräfte leisten. Bei Pfleiderer wolle man, daß die Azubis in die Lagesind, über den Tellerrand ihrer Ausbildung und ihres eigenen Standorts hinauszuschauen. Schließlich würden die fünf deutschen Pfleiderer-Werke eng zusammenarbeiten.
Hierzu stand gleich am ersten Tag des „Azubi-Camps“ ein Workshop auf dem Programm, in dem die jungen Leute gemeinsam erarbeiten sollten, was alles dazugehört, um erfolgreich Holzwerkstoffe zu produzieren und zu vermarkten. Zu diesem Zweck bauten die Azubis in nur fünf Stunden einen kompletten Produktionsstandort im Miniaturformat nach – vom Holzeingang über die Aufbereitung, die Presse und Veredelung, den Versand und die Logistik bis hin zur Verwaltung.
Vom Standort Neumarkt nahmen 26 junge Leute zum 1. September ihre Ausbildung auf. In Arnsberg waren es neun, in Baruth einer, in Gütersloh elf und in Leutkirch vier. Sie lernen insgesamt acht verschiedene Berufe oder absolvieren einen berufsbegleitenden Studiengang.