Gesundheit
Ärger in Apotheken
NEUMARKT. Für viele gesetzlich krankenversicherte Patienten beginnt das neue Jahr mit einer unliebsamen Überraschung. Sie werden auf Rezept nicht mehr ihr gewohntes Arzneimittel erhalten, sondern ein anderes.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2008 treten neue Rabattverträge zwischen Arzneimittelherstellern und einigen gesetzlichen Krankenversicherungen in Kraft. Apotheker müssen die Arzneimittel abgeben, die unter diese Verträge fallen. Dies gilt oft auch dann, wenn der Arzt eigentlich ein anderes Präparat verordnet.
"Erfahrungen haben wir damit seit April 2007, als die ersten Rabattverträge wirksam wurden", sagt Michael Popp, Sprecher der Apotheker im Landkreis Neumark. "Viele Patienten bekamen von heute auf morgen nicht mehr ihr bewährtes Arzneimittel. Das hat zahlreiche Menschen verunsichert".
Besonders häufig reagierten Senioren mit Unverständnis, die bereits seit Jahren das gleiche Medikament eingenommen hatten. Manche müssen sich zum 1. Januar, nach nur wenigen Monaten, schon wieder auf ein neues Präparat einstellen. "Das ist riskant. Denn immer wieder weigern sich Patienten, das neue Arzneimittel einzunehmen", sagt Apotheker Popp.
Eine Passage der Gesundheitsreform sieht vor, dass Krankenkassen und Arzneimittelhersteller Verträge abschließen sollen. Die Arzneimittelhersteller gewähren der Kasse Preisnachlässe. Im Gegenzug müssen Apotheker die Präparate dieses Herstellers abgeben.
"Viele Patienten bieten an, für ihr gewohntes Medikament draufzuzahlen. Das zeigt, dass ihnen ihr Arzneimittel wichtiger ist als Geld. Aber wir dürfen es trotzdem nicht abgeben, ohne selbst Strafen fürchten zu müssen", sagt Apotheker Popp. "Der Grundgedanke der Rabattverträge ist sinnvoll, um Kosten zu sparen. Doch die Umsetzung in der Apotheke ist extrem schwierig." Es müsse gesichert sein, dass die Arzneimittel tatsächlich in der nötigen Menge lieferbar sind und die Versicherten frühzeitig und ausreichend von ihrer Krankenkasse aufgeklärt werden.
27.12.07
115 Fälle gemeldet
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt gab und gibt es heuer im Vergleich zu früheren Jahren ungewöhnlich viele Norovirus-Infektionen.
Das Neumarkter Klinikum und ein Altenheim in Berching waren sogar von Massen-Erkrankungen betroffen: Im Klinikum gab es 36 Erkrankte, in dem Altenheim 30 Infektionen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren wurden im ganzen Landkreis nur 18 Fälle gemeldet.
115 Erkrankungen wurden bisher heuer im Landkreis gezählt, hieß es am Donnerstag vom Neumarkter Gesundheitsamt. "Derzeit sind Infektionen mit Noroviren hochaktuell", erklärte Medizinaldirektor Dr. Heinz Sperber. Das sei aber kein Neumarkter Problem: "Allenthalben wird von einer deutlichen Zunahme der Fälle berichtet".
Auch die große Zahl von Erkrankten im Klinikum und dem Altenheim sind nicht besorgniserregend. Krankenhäuser und Pflegeheime sind auf Noroviren vorbereitet. Dort gibt es ein festgelegtes Hygienemanagement, um eine Weiterverbreitung innerhalb des Hauses zu verhindern. Die Einrichtungen haben sich übrigens nichts vorzuwerfen: "Die Einschleppung von Noroviren in Krankenhäuser oder Pflegeheime ist nicht vermeidbar", erklärte der Chef des Neumarkter Gesundheitsamtes.
Leitsymptome einer Norovirus-Infektion sind Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und wässerige Durchfälle. Für gesunde Erwachsene sind Noroviren und die von ihnen verursachte Darmentzündung aber nicht sehr gefährlich. Die Erkrankung ist "selbstlimitierend", wie Dr. Sperber im Gespräch mit
neumarktonline sagte. Das heißt, sie geht nach einigen Tagen von selbst vorbei.
Kinder und alte Menschen können jedoch durch den Flüssigkeitsverlust schnell in Gefahr geraten. Aus diesem Grund sind Norovirus-Infektionen insbesondere in Alten- und Pflegeheimen und in Kinderbetreuungseinrichtungen gefürchtet. Der Erreger wird durch Stuhl und Erbrochenes sehr leicht weiterverbreitet.
Generell sollten laut Geusndheitsamt für eine Weiterverbreitung einige Regeln beachtet werden:
- Kinder und Jugendliche, die an einem Durchfall erkrankt sind, sollten nicht in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen gebracht werden.
- Ebenso selbstverständlich sollte Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen bei akutem Auftreten entsprechender Symptome nicht zur Arbeit gehen. In aller Regel kann die Tätigkeit nach einigen Tagen wieder aufgenommen werden.
- Personen, die in Küchen von Gaststätten oder sonstigen Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung arbeiten, dürfen schon vom Gesetz her nicht arbeiten, wenn sie entsprechende Symptome haben.
- Bei dem normalen häuslichen Bereich ist das sorgfältige Händewaschen nach dem Toilettengang das A und O.
20.12.07
Thema: "Osteoporose"
NEUMARKT. Das 4. Gesundheitsforum am Klinikum befasst sich am Mittwoch mit dem Thema "Osteoporose und osteoporotische Fraktur".
Die Osteoporose ist eine häufige Alterserkrankung des Knochens, die ihn für Brüche (Frakturen) anfälliger macht. Die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit ist gekennzeichnet durch eine geringe Knochenmasse und den übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz und -struktur.
Die erhöhte Frakturanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen. Dabei stellen aber Wirbelkörpereinbrüche die häufigste Form der Folgefrakturen. An der Erkrankung leidet fast die Hälfte der über 70jährigen Menschen (Frauen mindestens zwei Mal so häufig wie Männer), doch kann sie in Zusammenhang mit Kalziummangel oder anderen Krankheiten auch schon in jüngeren Jahren auftreten.
Referenten sind Joachim Reisch, niedergelassener Facharzt für Orthopädie, und Dr. Thomas Schmickal, seit Februar diesen Jahres Chefarzt der Unfallchirurgischen Klinik am Klinikum Neumarkt. Den Besuchern werden Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten aber auch Vorbeugeempfehlungen an die Hand gegeben.
Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr im neuen Konferenzraum des Klinikums. Der ist von der Eingangshalle aus ausgeschildert. Der Besuch des Gesundheitsforums ist kostenlos.
11.12.07
Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus
neumarktonline auch im
NEUMARKTER FORUM diskutieren