Pfleiderer
Rekordzahlen bei Pfleiderer
Fotos: Pfleiderer
NEUMARKT. Während in Neumarkt die Pfleiderer-Arbeiter um ihre Jobs bangen, glänzt der Konzern gegenüber den Aktionären mit Rekordzahlen: im dritten Quartal hat sich der Vorsteuergewinn von 27,7 auf 54,2 Millionen Euro fast verdoppelt.
Man hat den ertragsstarken Wachstumskurs im dritten Quartal des laufenden
Geschäftsjahres 2006 erfolgreich fortgesetzt, hieß es am Mittwoch bei der Bekanntgabe der neuesten Zahlen. Im 3. Quartal
stiegen die Umsatzerlöse im Konzern um 81,5 Prozent auf 362,3 (Q3/2005: 199,6) Millionen Euro.
Gleichzeitig wurde ein Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) erwirtschaftet, das überproportional zum Umsatz um rund 96 Prozent auf 54,2 (27,7)
Millionen Euro zulegte.
Der Konzern verbesserte erneut seine hohe operative Effizienz. Die konsequente
Nutzung von Skaleneffekten, aktives Kostenmanagement und eine Fokussierung auf
Produkte mit höheren Margen führten zu einer EBITDA-Marge von 15,0 Prozent (13,9 Prozent) im
3. Quartal. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde im Dreimonatszeitraum
mehr als verdoppelt und stieg um 118,4 Prozent auf 35,6 (16,3) Millionen Euro. Die EBIT-Marge
stieg auf 9,8 Prozent vom Umsatz (8,2 Prozent). Das Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten
erhöhte sich um 118,2 Prozent auf 28,8 (13,2) Millionen Euro.
Das Konzernergebnis nach
Ertragsteuern und Anteilen der polnischen Minderheitsgesellschafter an der Pfleiderer
Grajewo S.A. wurde deutlich auf 15,5 (2,8) Millionen Euro verbessert. Damit hat sich das
unverwässerte Ergebnis je Aktie auf 0,31 (0,07) Euro mehr als vervierfacht.
„Trotz der üblicherweise etwas schwächeren Geschäftsentwicklung in den
Sommermonaten haben wir im 3. Quartal 2006 in allen Regionen, auch in Nordamerika,
neue operative Bestmarken erzielt,“ kommentiert Hans H. Overdiek, Sprecher des
Vorstands der Pfleiderer AG, die deutliche Steigerung der Umsatzerlöse und der
Ertragskraft des Konzerns.
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Die gute Geschäftsentwicklung wird von allen drei Business Centern in Osteuropa,
Westeuropa und Nordamerika getragen, hieß es.
Das Business Center Nordamerika erzielte im dritten Quartal 2006 Umsatzerlöse von
97,9 Millionen Euro und ein EBITDA von 17,7 Millionen Euro. Das entspricht einer EBITDA-Marge
von 18,1 Prozent. Für den gesamten Neun-Monats-Zeitraum beliefen sich die Umsatzerlöse in
Nordamerika auf 273,5 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge von insgesamt 15,1 Prozent.
Das Business Center Osteuropa profitierte von der anhaltend positiven Absatz- und
Preisentwicklung in Polen, den übrigen östlichen Nachbarstaaten und in Russland.
Dies spiegelt sich in den deutlich verbesserten Umsatzerlösen von 75,3 Millionen Euro im
dritten Quartal bzw. 206,7 Millionen Euro im Neun-Monats-Zeitraum wider. Das EBITDA von
15,4 Millionen Euro im 3. Quartal entspricht einer Marge von 20,5 Prozent, das kumulierte EBITDA
von 40,7 Millionen Euro für den gesamten Neun-Monats-Zeitraum einer Marge von 19,7 Prozent.
Das Business Center Westeuropa erzielte im 3. Quartal 2006 Umsatzerlöse von
192,9 Millionen Euro und ein EBITDA von 23,2 Millionen Euro. Die entsprechende Marge beträgt
12,0 Prozent. Für den gesamten Berichtszeitraum Januar bis September 2006 belaufen sich
die Umsatzerlöse im BC Westeuropa auf 574,8 Millionen Euro und liegen damit deutlich
über dem Vorjahreswert von 406,2 Millionen Euro. Das kumulierte EBITDA beläuft sich auf
72,0 Millionen Euro. Die Umsatzrendite von 12,5 Prozent ist eine deutliche Verbesserung
gegenüber 9,8 Prozent im Vergleichzeitraum des Vorjahres.
Milliardenschwelle übersprungen
Erstmals in der Historie der Pfleiderer AG überstieg der Konzernumsatz für einen Neun-
Monats-Zeitraum die Marke von einer Milliarde Euro. Die Umsatzerlöse im Konzern
legten um rund 79 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro (582,3 Millionen Euro) zu. Gleichzeitig wurde das
erwirtschaftete EBITDA auf 144,3 (72,2) Millionen Euro verdoppelt. Damit verbesserte sich die
EBITDA-Marge auf 13,9 Prozent (12,4 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg
im Neun-Monats-Zeitraum um 129,6 Prozent auf 89,1 (38,8) Millionen Euro. Dies entspricht einer
EBIT-Marge von 8,5 Prozent (6,7 Prozent). Das operative Vorsteuerergebnis der fortzuführenden
Aktivitäten (EBT) legte um 90,5 Prozent zu und belief sich auf 54,1 (28,4) Millionen Euro.
Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern und Anteilen der polnischen
Minderheitsgesellschafter an der Pfleiderer Grajewo S.A. hat sich im Neun-Monats-
Zeitraum mit 61,7 (10,1) Millionen Euro mehr als versechsfacht. Das unverwässerte
Konzernergebnis je Aktie erhöhte sich trotz der Kapitalerhöhung und
des damit verbundenen Anstiegs der außen stehenden Aktien signifikant auf 1,24 (0,24)
Euro. Davon entfallen 0,52 (0,18) Euro je Aktie auf fortzuführende Aktivitäten.
Der operative Cashflow des Pfleiderer Konzerns belief sich im Neun-Monats-Zeitraum
2006 auf 109,3 (61,8) Millionen Euro. Der Free Cashflow erhöhte sich auf 46,4 (7,6) Millionen Euro
und spiegelt die deutlich verbesserte Ertragskraft des Konzerns wider. Der
Zahlungsmittelüberschuss aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cashflow) erreichte im
Berichtszeitraum 70,1 Millionen Euro, nach 56,7 Millionen Euro in der Vergleichsperiode des
Vorjahres.
Eigenkapitalquote steigt auf 37 Prozent - Konzern-Nettoverschuldung deutlich reduziert
Die Bilanzsumme konnte zum Stichtag 30. September 2006 auf 1.398,3 (31.12.2005:
1.442,3) Millionen Euro verkürzt werden. Das Eigenkapital erhöhte sich aufgrund der
Mittelzuflüsse und Buchgewinne durch die Veräußerung der Pfleiderer track systems,
aufgrund der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung im April 2006 sowie der guten
operativen Ergebnisse des Konzerns auf 517,2 (31.12.2005: 275,1) Millionen Euro. Die
Eigenkapitalquote entsprach damit zum Bilanzstichtag 37,0 Prozent (31.12.2005: 19,1 Prozent) der
Bilanzsumme. Die Konzern-Nettoverschuldung wurde deutlich auf 354,1 (31.12.2005:
627,5) Millionen Euro reduziert.
„Pfleiderer ist nach dem sehr guten Geschäftsverlauf der ersten drei Quartale auf dem
besten Weg, die Zielvorgaben für 2006 zu erreichen und auch in den Folgejahren weiter
profitabel zu wachsen“, erklärt der Vorstandssprecher Hans H. Overdiek im Rahmen
seines Ausblicks für den Pfleiderer Konzern.
Vor dem Hintergrund einer weiterhin stabilen Geschäftsentwicklung in den
Holzwerkstoffmärkten in Ost- und Westeuropa sowie Nordamerika hat der Vorstand der
Pfleiderer AG seine Zielvorgaben bekräftigt.
Für das Gesamtjahr 2006 strebt der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 1,4 Milliarden Euro
und ein EBITDA von mindestens 200 Millionen Euro an. Dies entspricht einer
durchschnittlichen EBITDA-Marge von 14,3 Prozent im Geschäftsjahr 2006.
Auch für die Folgejahre ist der Vorstand der Pfleiderer AG sehr zuversichtlich. Im
Geschäftsjahr 2007 erwartet Pfleiderer weitere Steigerungen bei Umsatz und operativer
Marge.
08.11.06
"Bestens konkurrenzfähig"
NEUMARKT. Die CSU glaubt an den "Pfleiderer-Standort Neumarkt" - und prangert die "Klassenkampfparolen" der SPD an.
Die CSU Neumarkt begrüße ausdrücklich die jetzt gefundene gemeinsame Erklärung der Betriebsräte der deutschen Pfleiderer Werke und des Vorstandes der Pfleiderer AG (
wir berichteten) zum Festhalten am Standort Deutschland, heißt es in einer CSU-Presseerklärung vom Dienstag.
Mit Erleichterung und Freude stelle die CSU fest, dass ein Stellenabbau derzeit nicht vorgesehen ist.
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CSU-Stadtverbandsvorsitzender Helmut Jawurek kritisiert die "unqualifizierten Verbalattacken" der Neumarkter SPD gegen die Unternehmensleitung (
wir berichteten). "Mit längst abgedroschenen Klassenkampfparolen und peinlichen Verunglimpfungen von Unternehmen erreicht man keine Arbeitsplatzsicherung, sondern bewirkt eher das Gegenteil", so der CSU-Chef.
Landtagsabgeordneter Herbert Fischer begrüßt in der gemeinsamen Erklärung insbesondere auch die Aussage, dass sich die Pfleiderer AG bereit erklärt hat, zur Zukunftssicherung auch in die deutschen Standorte zu investieren. Die CSU wolle diese Absicht gerne unterstützend begleiten.
Trotz einer außerordentlich schwierigen Lage im Bau- und Bauzuliefersektor in Deutschland sei es gelungen die über 1200 Arbeitsplätze bei Pfleiderer oder bei zwischenzeitlich ausgelagerten Firmen in den letzten 20 Jahren in Neumarkt zu halten. Obwohl in dieser Branche in Deutschland mehr als jeder zweite Arbeitsplatz in dieser Zeit verloren gegangen ist, konnte die Beschäftigtenzahl in Neumarkt nahezu konstant gehalten werden, hieß es.
Mit zusammen 120 Ausbildungsplätzen würden die Firmen Pfleiderer,
Wodego,
Europoles und
Rail.One einen sehr wichtigen Beitrag zur Qualifizierung junger Menschen leisten. Vor diesem Hintergrund sei die "wilde SPD-Attacke" gegen die Firma Pfleiderer in Ton und Inhalt "einfach nur peinlich".
Natürlich müsse sich die Firma Pfleiderer dem zunehmend internationalen Wettbewerb stellen und konkurrenzfähig sein. Daher begrüße die CSU, dass es in der Vergangenheit immer wieder gelungen ist, über betriebliche Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Firmenleitung die Arbeitplätze zu sichern.
"Wenn Arbeitnehmer freiwillig ein oder zwei Stunden mehr arbeiten, um ihren Arbeitsplatz zu halten, dann haben wir seitens der CSU für solche Vereinbarungen Verständnis", so Landtagsabgeordneter Herbert Fischer.
Die Neumarkter CSU geht davon aus, dass der Pfleiderer-Standort Neumarkt auch künftig nicht zur Diskussion stehen wird. Mit hoch motivierten Arbeitnehmern, einer sehr effizienten Energiezentrale mit den Möglichkeiten des Energieeinspeisungsgesetzes, sowie der sehr modernen Technologie des Spanplattenwerkes 3 in Neumarkt, sei dieses Werk auf absehbare Zeit bestens konkurrenzfähig auf dem deutschen Markt, hieß es.
Die CSU erinnert daran, dass die SPD gerade dieses Spanplattenwerk 3 im Stadtrat in den Jahren 1993 und 1994 heftig bekämpft habe. Sie habe nicht mit der CSU "für dieses moderne Werk gestimmt, das heute die meisten der noch direkt bei Pfleiderer verblieben Arbeitsplätze in Neumarkt sichert".
Aus Protest gegen das Bauvorhaben habe die SPD damals sogar geschlossen die Stadtratssitzung verlassen "und die Arbeitnehmer im Stich gelassen".
Ohne das "am deutschen Markt wettbewerbsfähige" Werk 3 wäre der Standort Neumarkt" vermutlich schon lange in Frage gestellt worden", hieß es. Die CSU habe damals zusammen mit Oberbürgermeister Alois Karl "gegen den erbitterten Widerstand von Hans-Jürgen Madeisky und der SPD" für das neue Spanplattenwerk mit einer Investitionssumme von rund 550 Millionen DM gekämpft.
Im "Schulterschluss mit den Arbeitnehmern und den Betriebsräten" sei damals in einem "eindrucksvollen Demonstrationszug" zum Rathaus in Neumarkt und vor der Regierung in Regensburg für die Arbeitsplätze Flagge gezeigt worden.
"Hätte sich damals die SPD durchgesetzt, dann könnten wir heute schon gar nicht mehr über die Arbeitsplätze bei Pfleiderer in Neumarkt reden", so Stadtverbandsvorsitzender Helmut Jawurek.
07.11.06
Glänzende Zahlen
NEUMARKT. Fachleute erwarten bei Pfleiderer ein "ausgesprochen kräftiges Wachstum bei Gewinn und Umsatz" für das dritte Quartal.
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Während in Neumarkt Pfleiderer-Arbeiter um ihren Job bangen und Politiker um den Erhalt der Firmenzentrale in Neumarkt kämpfen wollen, kann der Konzern am Mittwoch voraussichtlich im Neun-Monats-Bericht 2006 glänzende Zahlen präsentieren.
Ein Analyst der Deutschen Bank wie darauf hin, daß die Märkte für den Neumarkter Holzwerkstoff-Hersteller in Deutschland und Polen "zurzeit äußerst stark" seien. Die nachlassende Bautätigkeit in den USA dürfte das Unternehmen kaum beeinträchtigt haben.
Im dritten Quartal wird von Analysten durchschnittlich ein
EBIT* von 34,6 (Vorjahr 16,3) Millionen und ein Nettoergebnis von 14,1 (8,5) Millionen Euro bei Umsätzen von 363,5 (199,6) Millionen erwartet.
Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr mit einem
EBITDA** von mindestens 200 Millionen und Umsatzerlösen von 1,4 Milliarden Euro.
*EBIT = Gewinn vor Zinsenaufwand und Steuern (Earnings Before Interest and Taxes)
**EBITDA = Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation)
07.11.06
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