Pfleiderer
Pfleiderer: 40 Stunden-Woche ?

Spanplatten-Produktion bei Pfleiderer
NEUMARKT. Pfleiderer will die Arbeitszeit in seinen deutschen Werken von 38 auf 40 Stunden erhöhen. Dies sagte Pfleiderer-Chef Hans Overdiek in einem Zeitungs-Interview, nachdem das Unternehmen erst 2005 eine Arbeitszeitverlängerung von 35 auf 38 Stunden durchgesetzt hat.
Nach der Übernahme des schwedischen Wettbewerbers
Pergo (
wir berichteten) will Pfleiderer seine Aktivitäten in Osteuropa ausbauen und die Arbeitzeit an den deutschen Standorten nochmals erhöhen, kündigte Overdiek in einem Interview mit der
Börsen-Zeitung (Dienstagausgabe) an.
Die Hauptkonkurrenten würden einen Lohnkostenvorteil von 20 Prozent haben, deshalb wolle das Unternehmen die Wochenarbeitszeit von 38 auf 40 Stunden erhöhen. Pfleiderer hatte erst im Jahr 2005 unter starkem Widerstand der Gewerkschaften eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich von 35 auf 38 Stunden durchgesetzt. Im Gegenzug gab das Unternehmen damals eine Arbeitsplatzgarantie ab.

Hans H. Overdiek
Fotos:Pfleiderer AG
Auch nach dem Aufkauf des Laminatherstellers
Pergo ist Pfleiderer weiter auf Einkaufstour (
wir berichteten): Rund 200 Millionen Euro an Bankkrediten stünden für weitere Zukäufe zur Verfügung, sagte Overdiek der
Börsen-Zeitung. Das Unternehmen sei gut ins neue Jahr gestartet und die Auftragslage sorge für eine gute Kapazitäts-Auslastung.
Pfleiderer hatte in Neumarkt erst im Juli letzten Jahres für Schlagzeilen gesorgt, als Vorstands-Chef Overdiek in einem Zeitungs-Interview einen massiven Stellenabbau erwog und sogar Neumarkt als Standort für die Firmenzentrale in Frage stellte (
wir berichteten).
Der Chef des Betriebsrates, Manfred Schmidt, zeigte sich am Dienstag-Vormittag in einem Telefonat mit
neumarktonline überrascht: er kenne das Zeitungs-Interview noch nicht, sagte er. Schmidt wollte deshalb noch keine Stellungnahme zu der geplanten Arbeitszeitverlängerung abgeben, kündigte aber für den Nachmittag eine Reaktion an.
(
Inzwischen liegt eine Stellungnahme des Betriebsrates vor)
Die Pfleiderer-Aktie stieg um 10.23 Uhr auf 23,80 Euro an.
23.01.07
Weitere Einkäufe geplant
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG will auch in Zukunft noch zukaufen - vor allem in Osteuropa.
Das sagte Pfleiderer-Vorstandssprecher Hans H. Overdiek in einem Gespräch mit der
Börsen-Zeitung. Pfleiderer hatte am Montag seine Absicht bekanntgegeben, den schwedischen Laminat-Hersteller
Pergo zu übernehmen (
wir berichteten).
"Ich könnte mir einen weiteren Schritt in Europa vorstellen, um unsere europäischen Aktivitäten auszubauen. Insbesondere Osteuropa, wo wir bereits in Polen und in Russland mit eigener Produktionen vertreten sind, bietet ein hohes Wachstumspotenzial", sagte Overdiek der Zeitung zufolge.
Man werde sich "nach Pergo und nach einem weiteren Zukauf sicherlich nicht auf die faule Haut legen". Wenn sich weitere Chancen ergeben, sei Pfleiderer "sicherlich bereit, uns andere Unternehmen anzusehen", hieß es von dem Neumarkter Unternehmen.
16.01.07
Pfleiderer geht einkaufen
NEUMARKT. Die Neumarkter Pfleiderer AG will den schwedischen Laminat-Boden-Hersteller
Pergo für rund 300 Millionen Euro kaufen. In einem von
Pergo unterstützten Übernahmeangebot hat sich Pfleider am Montag an die Aktionäre des Unternehmens gewandt.
Die Pfleiderer AG unterbreitete das Übernahme-Angebot über ihre indirekte hundertprozentige schwedische
Tochtergesellschaft
Pfleiderer Sweden AB. Hieß es am Montag in einer Pressemitteilung.
Der Angebotspreis beträgt 51 schwedische Kronen in bar je Pergo Aktie und beinhaltet eine Prämie von 13,6 Prozent bezogen auf den Schlusskurs
der Pergo-Aktie von 44,9 Kronen am 11. Januar 2007 sowie eine Prämie von
17,2 Prozent bezogen auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Pergo-
Aktie von 43,5 Kronen während der letzten 20 Handelstage vor der Aussetzung des
Handels der Pergo-Aktien am 12. Januar 2007, die der Abgabe des Angebots
vorausgegangen war. Das
Board of Directors von
Pergo hat seinen Aktionären einstimmig die
Annahme des Angebots empfohlen.
Der Gesamtwert des Angebots beläuft sich auf 2.732 Millionen schwedische Kronen - dies entspricht
aktuell etwa 300 Millionen Euro.
Die Annahmefrist wird voraussichtlich in der Woche vom 29. Januar 2007 beginnen
und ungefähr vier Wochen laufen.
Die Kombination von Pfleiderer und Pergo macht aus Branchensicht sehr viel Sinn, heißt es in einer ersten Pressemitteilung. Dadurch
entstehe ein führender Anbieter im wichtigen Wachstumsmarkt für Laminatfußboden, der die
industriellen Stärken von Pfleiderer als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich
der Holzwerkstoffe und die Stärke von
Pergo als Markenführer im Laminatfußboden verbindet',
erklärt Hans H. Overdiek, Vorstandsprecher der Pfleiderer AG.
"Wir sehen Pfleiderer als große Hilfe an, um
Pergos führende Marken- und Marktstellung im
Handel auszubauen, indem überlegene Technologien und Produktionsstandorte mit absolut
wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen bereitgestellt werden. Mit der Kombination beider
Unternehmen entsteht ein vertikal integriertes, kraftvolles, weltweit operierendes Produktionsund
Marketing-Unternehmen", sagt Tony Sturrus, Vorstands-Chef von Pergo.
Das
Board of Directors hat, ausgehend von der Überzeugung, dass das Angebot für die Pergo-
Aktionäre einen guten Gegenwert darstellt und zugleich Pergo´s Möglichkeiten sichert, seine
führende Position in der derzeit stattfindenden Konsolidierung der weltweiten Laminatfußboden-
Märkte zu erhalten oder sogar zu verbessern, den Aktionären das Angebot zur Annahme
empfohlen. Pfleiderer, als strategischer Eigentümer, werde die Ressourcen zur Verfügung stellen
und Chancen bieten, die
Pergo in die Lage versetzen, das Geschäft zum Vorteil von Kunden, Mitarbeitern und zukünftigen Partnern weiter zu entwickeln", sagt Bertil Villard,
Chairman of the
Board of Directors von
Pergo.
Mit der Übernahme der Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe in 2005 stieg Pfleiderer zu
einem der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Holzwerkstoffe auf. Die Strategie
des Unternehmens ist sowohl auf die weitere Stärkung und den Ausbau der Marktposition in den
geographischen Märkten West-Europas, Nordamerikas und den Wachstumsmärkten
Osteuropas ausgerichtet wie auch auf den Bereich der höherwertigen Produktsegmente.
Mit dem
Erwerb von Pergo setze Pfleiderer die Umsetzung der Strategie konsequent fort und baut die
Markposition im Bereich Laminatfußböden in Nordamerika weiter aus. Gleichzeitig wird der
Eintritt in den europäischen Markt für Laminatfußböden dadurch beschleunigt. Die Kombination
von Pfleiderer und
Pergo biete zudem sowohl die Möglichkeit einer aktiven Konsolidierung des
nordamerikanischen Marktes wie auch eine Plattform für weiteres organisches Wachstum.
In Nordamerika werde das Unternehmen künftig zu einem marktführenden, voll integrierten
Hersteller von Laminatfußboden. Die Übernahme führt die zwei im Markt führenden Marken
Uniboard und
Pergo zusammen, die beide über ein eigenes Vertriebsnetz und einen eigenen
Kundenstamm verfügen. Mit der Integration werde die Position beider Marken und die
Wettbewerbsfähigkeit im nordamerikanischen Markt erfolgreich gestärkt.
Pfleiderer beabsichtigt
die Fortführung beider Marken im nordamerikanischen Markt und die verbesserte Ausnutzung
beider Vertriebsplattformen, um so die Marktdurchdringung und Umsätze weiter zu erhöhen. Die
Integration der Produktion für Laminatfußböden von
Pergo in Nordamerika in die Produktion von
Pfleiderer ermögliche eine Steigerung der Produktionseffizienz, eine verbesserte
Kapazitätsauslastung und deutliche Kosteneinsparungen. Pfleiderer erwartet darüber hinaus
zusätzliche Vorteile aus der besseren Nutzung des technischen Know Hows und der
gemeinsamen Entwicklung neuer Technologien und Produkte.
Durch die Übernahme werde auch die europäische Produktion von Pergo für Laminatfußboden mit
der HDF Produktion von Pfleiderer in Europa zusammengeführt. Durch diese Integration würden
weitere Steigerungen der Produktionseffizienz und Kosteneinsparungen möglich. Gleichzeitig
entstehe eine starke Plattform für die weitere Expansion in die stark wachsenden Märkte
Osteuropas.
Pfleiderer erwartet künftige Synergien aus den Bereichen Einkauf und Logistik sowie aus der
besseren Nutzung vorhandener Patente und Lizenzen.
15.01.07
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