Gesundheit
Bittere Pillen vor dem Richtfest

Den Blick nach oben gerichtet:
Bionorica-Vorstand Prof. Dr. Michael Popp (links), Landrat Albert Löhner, Stadtrat Helmut Jawurek.
Fotos: Erich Zwick

Kein Zimmerer, sondern Techniker Wolfgang Wiltschko aus Wei-
den bringt den Richtspruch aus. Das Dach der neuen Firmen-
zentrale besteht nämlich aus Fotovoltaikzellen, womit die Son-
nenenergie ins Haus geholt wird.
NEUMARKT. Richtfest an der neuen Firmenzentrale von
Bionorica: ein Grund zur Freude, aber auch ein Anlass zum Nachdenken.
Ehe die bändergeschmückte Krone über das Dach aus Fotovoltaikzellen aufgezogen wurde, hatte Bionorca-Vorstand Professor Dr. Michael Popp den gesundheitspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Bahr, und den wirtschaftspolitichen Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und früheren parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der Regierung Schröder, Matthias Berninger, die Probleme eines mittelständischen Unternehmens vorgetragen, "das in einem Zukunftsfeld der Pharmazie weiter erfolgreich wachsen und Arbeitsplätze schaffen will, aber unter den Strukturfehlern der Politik am meisten leidet."
Mit seinen verbalen "Pillen" stieß er bei den eigens aus Berlin angereisten Politikern auf offene Ohren. Sie versprachen - was ihnen als Opposition leicht über die Lippen kam - die Forderung des Neumarkter Unternehmens nach Kräften zu unterstützen. Sie lauteten im einzelnen:
- Die Rücknahme der fehlenden Erstattung für wirksame, geprüfte, zugelassene Phytopharmaka als Beitrag zur Kostensenkung, zur Absicherung der Innovationsfähigkeit im Mittelstand und zur Förderung der Forschung im Zukunftsfeld der Pharmazie..
- Die Einführung einer Deklarationspflicht für Phytopharmaka, zusätzliche Informationen über Beleg der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit auf der Verpackung, z.B. "Arzneimittel, das aufgrund eigenständiger Wirksamkeit für das Anwendungsgebiet zugelassen ist".
- Reduzierung der Mehrwertsteuer auf apothekenpflichtige Medikamente auf 7 Prozent (wie für Lebensmittel), Preismoratorium für Pharmaunternehmen, Preise nicht zu erhöhen, da bei reduzierter Mehrwertsteuer ansonsten die Gefahr einer Preiserhöhung besteht.
Nachdem Prof. Dr. Michael Popp diesen Forderungskatalog in seiner Eigenschaft als "führender deutscher Marktführer von apothekenpflichtigen Arzneien" bei einem Gesamtumsatz von 79,1 Millionen Euro im Jahr 2005 zugeklappt hatte, konnte er sich dem erfreulicheren Teil des letzten Sommertages zuwenden: dem Richtfest an einem "einzigartigen Bauwerk in Deutschland".

Der Rohbau der
Bionorica-Firmenzentrale ist fertiggestellt - be-
ziehbar ist er voraussichtlich Anfang 2007.
Landrat Albert Löhner war voll des Lobes über die Standorttreue des Unternehmens, das lokal bei der Schaffung von Arbeitsplätzen als auch global mit seinen weltweit verbreiteten Produkten als ein Musterbeispiel gewürdigt werden müsse. Während sich Prof. Dr. Popp bei der Stadt bedankte, dass sie bei seinem Neubau vom Bebauungsplan abgewichen sei, tat dies Landrat Albert Löhner als eine Selbstverständlichkeit ab. "Man muss Unternehmern entgegen kommen und ihnen keine Prügel zwischen die Beine werfen."
Mit besonderer Freude registrierte Landrat Albert Löhner und mit ihm die zur Feier gekommenen Stadträte, an ihrer Spitze Helmut Jawurek, der mit dem Hause
Bionorica auch beruflich verbunden ist, dass dieser Neubau noch nicht der letzte auf dem erweiterungsfähigen Gelände gewesen ist.
Erich Zwick
22.09.06
Tipps für Pflege daheim

Im Seminar gibt es viele Tipps für die Pflege zuhause.
NEUMARKT. Hilfen bei der Pflege zuhause bietet die Diakonie-Sozialstation
im Diakonie-Zentrum Neumarkt ab dem 4. September in einem Seminar.
"Um in der schweren Situation der Pflege daheim nicht zu resignieren
können wir den Angehörigen in diesem Seminar gut mit Tipps und Hilfen zur
Seite stehen", so Brigitte Hofmann, die als Krankenschwester seit vier
Jahren diese Seminare mitleitet und selber in der ambulanten Pflege
sieben Jahre Erfahrung hat.
Ihre Kolleginnen Ursula Pantze und Elfriede Zenglein, ebenfalls
Krankenschwester und Altenpflegerinnen, sind der Meinung, dass in
solchen Kurse besonders individuell auf die persönliche häusliche
Problematik eingegangen werden kann.
Wert legt das Team besonders auf viel praktische Übungen, die den
Angehörigen Sicherheit im täglichen Umgang mit der Pflege geben. An den
insgesamt zehn Abenden (wöchentlich montags, 19.30 Uhr) kann jeder
Teilnehmer Handgriffe für seine Situation ausprobieren und sie vertiefen.
Auch auf spezielle Krankheitsbilder, wie zum Beispiel das Verhalten bei einer
Lungenentzündung, rückenschonendes Arbeiten oder das Verhalten bei Stürzen,
gehen die Fachkräfte ein. Die Einrichtung des Zimmers, die Grundpflege
oder die Pflegeversicherung ist ein weiterer Teil des Seminars.
Die Themen sind auf zehn Abende aufgeteilt, wobei jeder Abend auch einzeln
besucht werden kann.
Beim Besuch des Seminars werden die Kosten von 65 Euro anteilig zu 95 Prozent von der Pflegekasse übernommen. Einzelne Abende
kosten sieben Euro.
Das Seminar beginnt am 4. September um
19.30 Uhr im Wintergarten des Diakonie-Zentrums im Martin-Schalling-
Haus in der Seelstraße 15.
Genauere Information und Anmeldung bei der Beratung für
pflegende Angehörige unter der Telefon 09181/440266 oder im Diakonie-
Zentrum unter Telefon 09181/40580.
25.08.06
"Schwarze Null" ?
NEUMARKT. In einer großen Reportage betrachtet
spiegel-online die Krankenhaus-Reform am Beispiel des Neumarkter Klinikums.
Die Probleme seien in Neumarkt typisch für den Rest der Republik, heißt es in der Reportage der renommierten Internet-Zeitung: Krankenhäuser müßten ihre Kosten drastisch senken, um bestehen zu können. Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey drohe einem Drittel der 2000 Kliniken das Aus. Nur wer sich spezialisiere oder kooperiere, habe eine Chance.
"Ich weiß nicht, ob ich die schwarze Null erreichen werde" wird Klinik-Chef Peter Weymayr zitiert.
Link zum Thema:
spiegel-online.de15.08.06
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